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Clean Skies for Tomorrow

Netto-Null-Luftfahrt bis 2030?

Im Rahmen des diesjährigen Weltwirtschaftsforums wurde das Potential nachhaltigen Flugkraftstoffes (SAF) diskutiert und die Initiative "Clean Skies for Tomorrow", der u.a. KLM, Airbus, Boeing, Schiphol, Neste, Shell, SkyNRG und der Flughafen Heathrow angehören, gegründet. Die Produktion nachhaltigen Flugkraftstoffes für die gesamte Luftfahrt bis 2030 sei aufgrund ausreichend vorhandener, erneuerbarer Rohstoffe gegeben, am Vertrieb und der Finanzierung würde es jedoch noch scheitern. 

Im Jahr 2019 konnten weltweit gerade einmal 200.000 Tonnen nachhaltigen Kraftstoffs (SAF) produziert werden – ein Bruchteil der von den Airlines benötigten 300 Mio. Tonnen Treibstoff. Und auch, wenn alle bisher angekündigten Projekte zur Förderung von SAFs abgeschlossen werden, würde die Produktion auf gerade einmal ein Prozent bzw. vier Mio. Tonnen jährlich steigen können. Zudem ist SAF derzeit mehr als doppelt so teuer als herkömmlicher Kraftstff – neue Innovationen und verpflichtende Bekenntnisse zur Förderung nachhaltiger Kraftstoffe sind gefragt, dann werden auch die Preise fallen. Dennoch wird SAF viel Potential zugesprochen, hat er doch bereits mehr als eine Viertel Million kommerzieller Flüge betankt und ist mit vorhandenen Flugzeugen und der bestehenden Tankinfrastruktur kompatibel. 

„Wir sehen hier das klassische Problem wie in anderen Diskussionen zur Energiewende. Unzureichende Antriebe pro Einheit kosten viel und hohe Kosten halten die Nachfrage niedrig. Einige strukturelle Lösungen könnten diese Sackgasse überwinden – B2B-Verträge, priorisierte Luftfahrt- und Flughafengebührenstrukturen usw., die den Kraftstoffherstellern die erforderliche Unterstützung bieten, um in Produktionskapazitäten zu investieren “, sagte Daniel Riefer, Associate Partner von McKinsey & Company.

Um die Verfügbarkeit von ausreichend nachhaltigem Flugkraftstoff nun sicherzustellen, hat das Weltwirtschaftsforum und die "Clean Skies for Tomorrow"-Koalition in Zusammenarbeit mit McKinsey & Company den Bericht "Nachhaltige Flugkraftstoffe als Weg zur Netto-Null-Luftfahrt" veröffentlicht. Der Bericht zeigt u.a. die Verfügbarkeit von Rohstoffen, ihre Nachhaltigkeit, Produktionskapazitäten und die technologischen Möglichkeiten der SAF-Produktionswege, basierend auf Berichten der Koalitionspartner. Zudem dient das Dokument der Zusammenarbeit der Luftfahrtbranche. 

Die aktuelle Krise stelle auch eine Chance für Länder mit niedrigen Preisen für erneuerbare Energien und leichtem Zugang zu Rohstoffen dar. Damit könnten sie von der Energiewende in der Luftfahrt profitieren und zu globalen SAF-Produktionszentren werden.

"Die strukturellen Veränderungen in der Branche bieten die Gelegenheit, die Nachhaltigkeitsanforderungen der Verbraucher zu erfüllen", sagte Christoph Wolff, Leiter der Mobilitätsbranche beim Weltwirtschaftsforum.

Kraftstoffe, die aus gebrauchtem Speiseöl und anderen Lipiden hergestellt werden, werden kurzfristig am meisten zur Kapazitätsentwicklung beitragen. Neue Technologien brauchen Zeit, um zu reifen und sich zu entwickeln, aber Investitionsentscheidungen, einschließlich des Baus größerer Demonstrationsanlagen, sind jetzt erforderlich.

Power-to-Liquid-Kraftstoffe können am meisten zur SAF-Kapazität beitragen, werden sich jedoch nach den aktuellen Entwicklungsplänen erst nach 2030 als wirksam erweisen. Kraftstoffe aus CO2 und Ökostrom benötigen finanzielle Unterstützung für die Reifung ihrer Technologie und müssen Zugang zu erneuerbarem Strom haben.

Kein einzelnes Ausgangsmaterial ist in jeder Region praktisch oder liefert genug SAF, um alle Anforderungen zu erfüllen. Selbst wenn die Kosten sinken, wird SAF höhere Produktionskosten haben als fossile Brennstoffe, obwohl ein steigender Kohlenstoffpreis in den 2030er Jahren eine Parität ermöglichen könnte.

Während der Bericht zeigt, dass weltweit genügend Rohstoffe verfügbar sind, um SAF wirtschaftlich und skalierbar zu machen, sind mehrere Faktoren erforderlich. Dazu gehören unterstützende regulatorische Rahmenbedingungen, Maßnahmen zur Stimulierung der Nachfrage von Unternehmens- und Privatkunden sowie innovative Möglichkeiten zur Finanzierung des Übergangs. Die CST-Koalition diskutiert, wie sie diesen Herausforderungen begegnen und der Luftfahrt helfen kann, eine nachhaltige Energiewende einzuleiten. 

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