Burgenland Tourismus

Die Pläne des Didi Tunkel

Das selbsternannte „Wildpferd“ stürmt durch Burgenlands Tourismuslandschaft und wirbelt ordentlich auf. Der Chef des Burgenland Tourismus hat viel vor, gemessen werden will er alleine an seinem Erfolg.

Nach fast drei Jahrzehnten in der Privatwirtschaft (Splashline) übernahm der Südburgenlänger Didi Tunkel vor einem halben Jahr die Geschäftsführung des Burgenland Tourismus. Mit ihm zog ein Praktiker ins Haus ein, der mit seiner Energie viele fordert, aber ebenso mitzureißen versteht. Nach den ersten Monaten lud er nun zur Pressekonferenz, um erste Bilanz zu ziehen und um einen Ausblick zu geben.

Der 48-Jährige hat sich nie ein Blatt vor dem Mund genommen, diese Charaktereigenschaft hat er hörbar auch in seiner neuen Funktion nicht abgelegt. „Ich bin ein Vollblutunternehmer, mache etwas und rede erst dann darüber. Manche Politiker reden zuerst“, erzählte er von der für ihn ungewohnten Situation, in seiner Funktion unter genauer politischer Beobachtung zu stehen. „Nach zwei Wochen bin ich gleich einmal angeschossen worden. Bitte, lasst mich einmal arbeiten …“ 

„Ich hatte noch nie so viel Budget, aber auch noch nie so viel Arbeit“, war ein weiterer Sager Tunkels. Das sollte nicht als Beschwerde verstanden sein, sondern als Bekenntnis, mit voller Energie für Burgenlands Tourismus zu arbeiten. Auch mit dem Hinweis, dass durch die fehlenden Gäste und damit fehlenden Einnahmen die Landesregierung budgetär noch beispringen müsse.

Eine erste Bilanz

Im Fokus der ersten Monate stand, die internen Strukturen zu ändern. In der Geschäftsstelle wurden Aufgaben neu definiert und verteilt. Mit Markus Pfeffer (stammgast.online hat berichtet) kam ein neuer Marketingleiter an Bord und mit Thomas Wagner gibt es einen neuen Digitalisierungsbeauftragten.

Geschaffen wurde außerdem ein „Gastgeber-Service“. Das ist eine Anlaufstelle für alle Gastgeber des Bundeslandes, von der Frühstückspension zum Top-Hotel, die mit Infos versorgt werden und künftige Initiativen direkter in die Betriebe bringt. Maßnahmen wie das Bonusticket oder Corona-Kasko wurden ebenfalls intensiv begleitet. 

Gut angenommen wurden auch die neuen „Willkommens-Tafeln“ im ganzen Land oder die „Bett & Bike“-Zertifizierung für besonders radfreundliche Betriebe, die vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club vergeben werden und die Tunkel forciert. Mittlerweile befinden sich ein Viertel aller in Österreich zertifizierten Betriebe im Burgenland. 

Radler und Buschenschank

Generell sieht der Burgenland-Tourismus-Chef im Radtourismus besonders große Chancen. Die Bemühungen um den radelnden Gast sollen in den kommenden Jahren daher noch intensiviert werden. Mit Martin Ochsenhofer gibt es einen Radbeauftragten, der die Radinfrastruktur des Landes analysiert und einen Ausbau des Angebots auch hinsichtlich von E-Bikes vorantreibt. Auch das Umfeld und Serviceangebot muss passen: Dass die hungrigen Gäste an Montagen oder Dienstagen vor verschlossenen Buschenschänken stehen, das will Tunkel ändern. 

Begrüßt wird von ihm auch das neue Tourismusgesetz des Burgenlands, das seit 19. Februar gilt (stammgast.online hat berichtet). Die schlankere und effizientere Struktur werde einiges erleichtern, Mitbewerbersituationen innerhalb von Regionen vermeiden („Futterneid und Inseldenken“) und auch die Verwendung der vorhandenen Mittel wird so zielgerichteter auf die wirklich wichtigen Aspekte möglich sein, ist Tunkel überzeugt. Die neue Struktur helfe auch beim Restart und in weiterer Folge, denn es wird heuer einen „Fight um den österreichischen Gast geben“. Zukünftig wolle man die Position am deutschen Markt weiter ausbauen, hier gebe es noch genügend Potenzial und die besten Wachstumschancen.

Neue Burgendland Card 

Nach dem Vorbild der Neusiedler See Card – die Region ist mit rund 1,3 Millionen Nächtigungen in normalen Jahren die mit Abstand erfolgreichste Tourismusregion des Burgenlands –  will man in den nächsten Jahren die Burgenland Card neu aufsetzen. Zunächst als Umlagenkarte und schlussendlich als Kauf- bzw. Premiumkarte für den Gast. 

Kommen wird zudem eine Privatzimmervermieter-Offensive unter dem Titel „Private Gastfreundschaft“ mit einer professionellen Kommunikations- und Markenlinie. Die Herausforderung Digitalisierung des Meldewesens und der Aufbau des darbenden Social-Media-Bereichs zählen zu den weiteren Kernzielen des Südburgenländers, der zudem für 100 Jahre Burgenland die passenden touristischen Produkte erarbeiten lässt. Optimistisch blickt er aufgrund einiger wichtiger Hotelprojekte im Land in die Zukunft. Das Vertrauen in die touristische Kraft des Bundelandes ist also anhaltend groß.

„Ich bin kein Sesselpicker“, bekennt Didi Tunkel. Er will arbeiten, Ideen umsetzen und schlussendlich danach beurteilt werden, ob er für die Touristiker und Betriebe des Landes den einen Schritt mehr gemacht hat. 

www.burgenland.info

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