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Branchentalk

Im Gespräch mit Thomas Mary, Finanzvorstand PEOPLE'S Air Group

Das Coronavirus hat die gesamte Luftfahrtindustrie schwer getroffen, sowohl Fluglinien als auch Flughäfen sind von den Auswirkungen der weltweiten Flugverbote betroffen. Die IATA spricht bereits davon, dass 50 % aller Fluglinien ohne staatliche Unterstützung nicht die Krise überleben werden. Die österreichische Peoples Air Group, die sowohl die Fluglinie Peoples Airline als auch den Peoples Airport im schweizerischen St. Gallen/Altenrhein betreibt, trifft die Krise gleich im doppelten Sinn.

traveller: Peoples musste aufgrund der Corona Krise zwischen 16.03. und 15.06. die Verbindung zwischen Wien und St. Gallen/Altenrhein einstellen. Wie erleben Sie die Krise und welche Auswirkungen hatte der Shutdown auf die Mitarbeiter?

Thomas Mary: Eine solche Krise haben wir alle wohl noch nie erlebt, vergleichbar mit der großen Depression der 30er Jahre. Niemand hätte anfangs gedacht, dass sie solche Auswirkungen haben wird. Für die Luftfahrt der worst case. Dank Entschädigungen für Kurzarbeit und Überbrückungskredit (die ja alle zurückbezahlt werden müssen) kommen wir durch die Krise, vorausgesetzt, wir können langsam wieder hochfahren. Gespannt schauen wir auf mögliche Zuschüsse, die der AUA gewährt werden sollen. Da hätten wir kein Verständnis, wenn eine solch marode Fluggesellschaft unterstützt würde. Es stellt sich die Frage, ob diese enormen Summen, die hier gehandelt werden, nicht besser bei den Tausenden von KMU’s investiert wären.

Ihre Wien Verbindung ist von besonderer Bedeutung für die Vorarlberger Wirtschaft, rechnen Sie mit einer entsprechenden Nachfrage, sobald die Flüge wieder verfügbar sind?

Das hoffen wir doch sehr, das Echo war bisher sehr positiv. Wir werden sehen, wie sich die Buchungseingänge entwickeln, aber wir sind sehr zuversichtlich, dass wir am 15.06. bei entsprechender Nachfrage abheben können.

Mit Ihren Partnern Rhomberg Reisen und Highlife Reisen bieten Sie Charterflüge ab St. Gallen/ Altenrhein nach Italien, Spanien und Kroatien an. Rechnen Sie hier noch mit einem Bedarf im heurigen Jahr?

Auch hier ist das Echo der Reiseveranstalter positiv, sie haben immer noch einen ordentlichen Buchungsbestand für den Sommer und Herbst. Wir müssen sehen, wie sich die entsprechenden Vorschriften der Reiseländer verändern. Übrigens: Wir bieten auch Flüge nach Griechenland an.

Wie sieht Ihre Prognose für das restliche Jahr aus? Wie hoch wird der Passagier- bzw. Umsatzverlust gegenüber dem letzten Jahr ausfallen?

Das ist ein Blick in die Glaskugel. Wir können nicht sicher abschätzen, wie sich die Passagiere verhalten. Fliegen sie wieder, verschieben sie noch so lange wie möglich oder fliegen sie gar nicht mehr? Wir können nur vage Annahmen treffen, der Verlust wird aber höchst wahrscheinlich mehr als 50 % sein.

Der Lufthansakonzern verhandelt gerade mit der österreichischen Bundesregierung über einen 767 Mio. teuren Rettungsschirm für Austrian Airlines. Könnte sein, dass Peoples als österreichische Fluglinie auch bald um staatliche Hilfen ansucht?

Das könnte sein, wir hoffen aber immer noch, dass es nicht notwendig sein wird. Interessiert sind wir sicher an Zuschüssen, sollten solche gewährt werden können.

Die Peoples Group betreibt neben der Fluglinie auch den Peoples Airport in St. Gallen/Altenrhein. Welche Auswirkungen hat der Coronavirus auf den restlichen Flugbetrieb? 

Genau gleich, wir hatten nur ganz wenig Flugbetrieb, der ja von Bern (mit ganz wenigen Ausnahmen) untersagt wurde. Vergleichen sie mit Zürich, dort hatte man einen Einbruch von 99 %, in Wien von 99,6 % bei den Passagieren.

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