traveller als E-Paper

Der traveller erscheint nun im 14tägigen Rhtythmus auch im modernen E-Paper Format. Registrierten Newsletter-Empfängern wird das E-Paper automatisch per E-Mail zugesandt. Als exklusive Serviceleistung steht DAS TOURISTIK TELEFONBUCH als Blätter-pdf sowie zum Download zur Verfügung.

Blog

Christian Hlade – Über die Tourismus-Situation in der Alpe-Adria-Region

Christian Hlade, Architekt und Gründer des nachhaltigen Wander-Reiseanbieters Weltweitwandern, ist selbst seit frühester Jugend mit den Wanderschuhen auf allen Kontinenten der Erde unterwegs. Anlässlich der Corona-Pandemie hat er sich den Alpe-Adria-Raum (Österreich, Slowenien, Italien und Kroatien) näher angeschaut und schildert nun seine Erlebnisse. 

Als leidenschaftlicher Wanderer mit touristischem Background habe ich in den letzten Wochen sehr viele Wanderungen und Exkursionen im Alpe-Adria-Raum (Österreich, Slowenien, Italien und Kroatien) unternommen. Vor Ort habe ich mich dann jeweils mit vielen Hotelbesitzern, Hüttenwirten, Touristinnen, Guides, Reiseveranstaltern und Restaurantmitarbeitenden gesprochen, die Lage aufmerksam beobachtet und kann mir nun ein sehr gutes Bild der aktuellen touristischen Lage vor Ort machen. Hier einige Eindrücke:

Vor Ort sind jeweils eher Inlandstouristen unterwegs – Osteuropäer sind aktuell anscheinend Auslands-reisefreudiger

  • In Italien, Slowenien und Kroatien sind generell sehr viel weniger Touristen als sonst vor Ort unterwegs. In Österreich ist nun im Juli in bekannten Regionen (Kärntner Seen, Schladming-Dachstein, Salzkammergut, usw.) extrem viel los. 
  • An der oberen Adria und in Friaul (Italien) waren Ende Juni/Anfang Juli aber viele größere Hotels und einige Geschäfte noch immer geschlossen.
  • Auch in Österreich hatten in meinen besuchten Bergregionen (Heiligenblut, Mallnitz) Ende Juni einige Hotels noch zu, manche hatten gerade erst aufgesperrt und diese oft nur mit den halben Mitarbeitenden im Vergleich zum Vorjahr…
  • Die Auslastung ist sehr, sehr unterschiedlich: Apartments, Campingplätze und Hotels an Seen und in beliebten Wanderregionen – sind sehr gut gebucht. Etwas weiter vom See entfernt oder in Städten ist die Buchungslage zum Teil nicht mehr so gut, bzw. erst seit wenigen Wochen.
  • In Österreich bemerkte ich viel mehr Gäste (v.a. aus Deutschland/Österreich) als im Vergleich zu Italien, Kroatien und Slowenien. (Möglicher Grund: Erfolgreiche Angstmache der A- und D- Regierungen und auch die Möglichkeit einer schnellen Heimreise?)

“Bei uns in der Region Schladming/Dachstein sind unglaublich viele Menschen unterwegs. So einen Sommer hab ich in 35 Jahren Berufserfahrung noch nicht erlebt. Selbst ehemalig ruhige Destinationen wie das Sölktal werden von Besuchern regelrecht überschwemmt.” Herbert Raffalt (Bergführer, Buchautor, Kleine Zeitung Wandertipps.)

Am Meer in Bibione (I) und an der Soca (Slo) war an den Wochenenden Ende Juni/Anfang Juli zwar sehr viel los, aber das waren großteils Inlands-Tagestouristen. Unter der Woche war es dann überall wieder sehr leer.

  • Vor Ort in Kroatien, Italien und Slowenien habe ich in Urlaubsorten und auf den Straßen jeweils extrem wenige deutsche oder österreichische Autokennzeichen gesehen. In Kroatien sind mir – Stand Ende Juli  – heuer mehr Kennzeichen aus Polen, Tschechien und Slowenien begegnet, und sehr selten Kennzeichen aus Deutschland und Österreich. (Osteuropäer haben anscheinend weniger Ängste nach Kroatien zu reisen.) In Kroatien waren Mitte/Ende Juli sehr viel weniger Gäste vor Ort als im Vorjahr
  • Fast hauptsächlich Inlandstouristen auch in Slowenien entlang der Soca / Triglav.
  • Quasi gar keine Ausländer in den Bergen des Velebit-NP in Kroatien.
  • Unterwegs waren ausschließlich individuelle Reisende mit PKW (junge Paare, Familien, kleine Freundesgruppen)
  • Ich habe keine Reise-Busse auf den Parkplätzen gesehen und auch keine Reisegruppen unterwegs getroffen.

Corona-Disziplin im Ausland größer

  • Österreich hat im Vergleich zu Italien, Kroatien und Slowenien den für mich laschsten Umgang mit Abstand-Disziplin, Masken-tragen usw.
  • Am strengsten habe ich die “Corona-disziplin” in Italien erlebt und auch sehr diszipliniert in Slowenien – selbst auf Berghütten.
  • Fast amüsant fand ich die höchst unterschiedliche Auslegung der Corona-Regeln. Unterwegs von Hotel zu Hotel konnte ich so JEDEN MORGEN eine neue Corona-Frühstücks-Auslegung genießen:
    • Frühstück wird ausschließlich an den Tisch serviert, das frühere Buffet des Hotels gibt es zur Zeit gar nicht.
    • Einen Ort weiter: Frühstück vom offenen Buffet, ohne jegliche Corona-Maßnahmen, inkl. teils engem Gedränge davor.
    • Teil-Frühstücksbuffet mit Pflicht zur Verwendung von Einweg-Plastikhandschuhen
    • Frühstücksbuffet bei dem alles (z.B. Wurst, Käse, Marmelade, usw..)  in kleine in plastikfolienumwickelte Schälchen verpackt ist.
    • Frühstücksbuffet mit Maskenpflicht am Buffet

Wandern boomt!

Bekannte Hütten und Routen sind heuer – vor allem in den österreichischen Alpen – sehr oft voll, sogar manchmal schon überlaufen. Wandern ist bei allen Generationen beliebt, nun sind auch besonders viele sehr junge Menschen unterwegs.

Bergsport –Verkäufer Andreas Wilfinger / Bergfuchs Graz: „Wir erleben heuer einen großen Boom beim Verkauf von Wanderausrüstung: Wanderschuhe, Rucksäcke, Schlafsäcke, Wanderbekleidung und auch Klettersteigsets und Zelte werden extrem stark nachgefragt. Die Kunden investieren zum Teil  auch gerne höhere Summen für gute Qualität. Klettersteigausrüstung verkaufen wir vor allem an jüngeren Menschen extrem gut.“

Hüttenwirt Christian Todt / Schiestlhaus am Hochschwab: „Es sind heuer eindeutig mehr Menschen am Berg. Bei gutem Wetter sind wir heuer durchgehend voll gewesen. Es sind nun auch sehr viel mehr jüngere Menschen zwischen 20-30 Jahren unterwegs." Wandern und genießen in der Südsteiermark

Es gibt noch viel Unbekanntes in der Nähe zu entdecken!

  • Berge mit längeren Anstiegen und weniger dichter Hütten- und Zustiegsinfrastruktur – und vor allem die Berge und Wanderrouten in Kroatien und z.T Italien / Slowenien  sind aber nicht sehr stark frequentiert.
  • Im von uns recht nahen Velebit-Gebirge in Kroatien habe ich in 3 Wandertagen insgesamt 20 andere Wandernde getroffen. Davon waren 16 aus Zagreb und nur 4 aus dem Ausland! 

Meine Einschätzung

  • Es ist aktuell sehr sicher und auch sehr empfehlenswert in der Alpe-Adria-Region nach Italien, Slowenien und Kroatien zu reisen.
  • Wunderschöne Orte und gastfreundliche Menschen warten auf Gäste.
  • Die Corona-Regeln werden in unseren Nachbarländern oft strenger befolgt, als in Österreich.
  • Zudem ist überall weniger los – also fällt Abstand halten sehr leicht!

Wie ist die aktuelle Lage bei Weltweitwandern?

  • Das Thema Corona ist für mein Unternehmen Weltweitwandern derzeit unser täglicher Begleiter und die Lage ist für uns derzeit nicht sehr rosig.
  • Wir können seit Anfang März praktisch keine unserer weltweiten Auslands-Wanderreisen durchführen.
  • Zum Glück haben wir schnell reagiert und zahlreiche neue Österreich-Wanderreisen aufgelegt. Mit sehr großem Erfolg: Alle sechs Sommertermine unserer Hochschwab-Überquerung waren  innerhalb kürzester Zeit ausgebucht! https://www.weltweitwandern.at/europa/oesterreich/hochschwab-uberschreitung/#termine 
  • Durch unsere Reserven, staatliche Unterstützung, unseren lieben Gästen die ihre Reisen auf später umgebucht haben, unserem großartigen Team und einem bereits bewilligten hohen Bank-Kredit werden und wollen wir diese Krise – auch wenn sie durchaus noch länger dauern sollte – überstehen! Auch noch im ev. schwierigen nächsten Jahr 2021.

Mehr aktuelle Infos dazu auch im aktuellen Blogartikel von Christian Hlade und auf der Webseite unter https://www.weltweitwandern.at/aktuelles/ 
 

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Newsletter

Mit nur einem Klick zur Anmeldung für Newsletter und E-Paper. Immer up2date in der Touristik mit dem traveller.

Anzeige

Aktuelles E-Paper

Touristik Telefonbuch 2019

Anzeige
Anzeige