Bhutan

Touristenabgabe verdreifacht

Im Kontext der jüngsten Ankündigung wird das Königreich Bhutan die Touristenabgabe von 65 auf 200 USD erhöhen. Das ist mehr als eine Verdreifachung.

Das arme Land im Himalaya will sich verstärkt als Destination für hochwertigen Tourismus etablieren und regelt dies über die sogenannte Sustainable Development Fee (SDF), also der täglichen Abgabe, die Touristen bei einem Besuch des Landes entrichten müssen. Für eine siebentägige Bhutan-Reise werden damit allein 1.400 Euro pP an "Eintrittsgebühren" fällig. 

Das Geld soll dann in den Fonds für nachhaltige Entwicklung fließen. Ziel mit der hohen Abgabe sei, nur noch Touristen zu begrüßen, denen ein Aufenthalt im Land viel wert sei. Mit der Erhöhung der Nachhaltigkeitspauschale wird zugleich die Mindessttagspauschale (MDPR) abgeschafft. Bislang mussten Reisende 250 US-Dollar pro Tag ausgeben – für Hotel, Verkehr, Reiseführer und Mahlzeiten. Davon gingen 65 US-Dollar an die Regierung. Die SDF-Abgabe trat im Juli 2020 in Kraft.

Der 200-Dollar-Tagessatz muss alos künftig zusätzlich zu den normalen Urlaubskosten bezahlt werden. Besucher:innen aus Bangladesch, den Malediven und Indien bezahlen eine ermäßigte Gebühr. Wer seine Bhutan-Reise bereits gebucht oder vor dem 20. Juni 2022 bezahlt hat, entrichtet noch den alten Satz.

High-End Destination

Laut Premierminister Lyonchhen Lotay Tshering erhöht Bhutan den Betrag so drastisch, da es sich zu einem "exklusiven Reiseziel der Spitzenklasse" entwickeln will. Ziel sei es, die Qualität der Reiseführer, Hotels und Restaurants sowie die Hygiene zu verbessern. Auch soll in die Sicherheit investiert werden. Durch die gleichzeitige Abschaffung der Mindesttagespauschale sollen zudem die Besucher dazu gebracht werden, mehr als die bislang vorgeschriebenen 250 US-Dollar pro Tag auszugeben.

Die Tourismusbranche reagiert allerdings wenig erfreut über die drastische Maßnahme. Der Reiseveranstalter Aviation & Tourism International kritisiert die massive Erhöhung. „So sehr es uns freut, dass sich Bhutan nach der pandemiebedingten Schließung des Landes für ausländische Touristen rechtzeitig zur Hauptreisesaison ab dem 23. September 2022 wieder vollständig öffnen wird, so sehr bedauern wir die Entscheidung, die SDF derart stark zu erhöhen. Es steht zu befürchten, dass mit der Abgabe von 200 US-Dollar pro Übernachtung eine Schmerzgrenze erreicht ist, die zahlreiche potenzielle Besucher davon abhalten wird, dieses faszinierende Land im Himalaya zu besuchen. Dadurch aber würde Bhutan wichtige Einnahmen verlieren – Einnahmen, die nicht nur bei der weiteren, nachhaltigen Entwicklung des Reiseverkehrs, sondern auch beim Kampf des Landes um wirtschaftliche Stabilität und gegen Arbeitslosigkeit schmerzlich fehlen werden", so Jürgen Kutzer, Gründer und Geschäftsführer von ATIWORLD.

Insgesamt rechnen Veranstalter damit, dass Reisen in das Land um etwa 40 Prozent teurer werden. Würden die Kosten vor Ort niedrig gehalten, koste eine siebentägige Reise (ohne Flug) in Zukunft mindestens 2500 US-Dollar. Zudem kritisieren Reiseveranstalter, dass der Tourismus durch die Erhöhung nicht entlastet werde, da Inder – die mehr als 80 Prozent der Urlauber ausmachen – nach wie vor nur eine geringe Abgabe zahlen. Abgeschreckt würden damit lediglich internationale Besucher.

„Gerade in einer Phase, in der die Menschen wieder verstärkt reisen und die Welt entdecken wollen, sieht sich Bhutan einem verschärften Wettbewerb von Reisezielen und -formen ausgesetzt“, so Kutzer weiter. „Potenzielle Gäste werden abwägen, ob eine Reise für sie in Betracht kommt oder nicht. Angesichts der hohen Abgabe plus aller weiteren Kosten, die bei einem Besuch Bhutans entstehen, etwa für den Flug, für Übernachtungen, Mahlzeiten und Führungen, erreichen sie pro Reisetag ein Kostenniveau, wie sie es auch für eine All-Inclusive-Luxuskreuzfahrt mit Unterbringung in einer großen Suite mit Balkon kalkulieren müssen.“

Mit mehr als 30 Jahren Erfahrung für Reisen nach Bhutan gehört ATIWORLD zu den ältesten und renommiertesten Bhutan-Reiseveranstaltern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 

Weitere Informationen zum Bhutan-Angebot erteilt ATIWORLD – auch für Reisebüros in Deutschland, Österreich und der Schweiz – unter Telefon +49 (0)6023 917150 sowie per E-Mail an info@atiworld.de.

Dieser Artikel erschien auch auf fvw.de

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