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Atout France & Welcome City Lab

Tourismus heute und in Zukunft – Die 5 wichtigsten Trends

Wie sieht der Tourismus von Morgen aus? In Zeiten der Corona-Pandemie eine berechtigte Frage, welcher Welcome City Lab zusammen mit internationalen Partnern nachging und am 17. November die fünfte Ausgabe des "Travel Innovation Trend-book" vorstellten. Dabei konnte die Innovationsplattform für Tourismus fünf Trends ausmachen. Oberstes Gebot: neue Management-Lösungen, Sicherheitsmaßnahmen und -dienstleistungen zur Wiedergewinnung des Kundenvertrauens und eine zunehmende Kommunikation über digitale Kanäle. Ebenso finden sich jedoch auch Countertrends, wie Low-Tech Tourism und der Wunsch nach mehr physischem Kontakt.

Das Anpassungsvermögen der Reisebranche ist gefordert wie noch nie.

„Innovation ist der Schlüssel für die Reiseindustrie, um diese Krise zu bewältigen“, so Caroline Leboucher, Generaldirektorin von Atout France, der französischen Zentrale für Tourismus.

Gemeinsam mit Laurent Queige, Leiter des Welcome City Labs, stellte sie am 17. November die 5. Ausgabe des „Travel Innovation Trend-book“ zu den wichtigsten Zukunftstrends im Tourismus vor. Ebenfalls an der Erstellung des Trend-books beteiligt haben sich das Tourismusbüro Singapur, das Netzwerk European Cities Marketing, der MTLab accelerator in Montreal, die Inholland University in Rotterdam sowie zahlreiche Start-ups.

Basierend auf der Expertise internationaler Partner und der Entwicklungsanalyse erfolgreicher Travel-tech Start-ups im vergangenen Jahr konnten fünf große Zukunftstendenzen im Tourismus bestimmt werden:

Trend 1 – Vorsorge und Rückgewinnung von Vertrauen

Bereits im Frühjar und nun auch im Herbst steht die Reisebranche aufgrund des Lockdowns vor noch nie dagewesenen Herausforderungen. Konsumenten entwickelten ein erhöhtes Bedürfnis nach Hygiene und Sicherheit, die Reisebranche muss nachziehen. Sicherheits- und Hygienestandards wurden festgelegt, Protokolle entwickelt und Maßnahmen umgesetzt.

Das Tourismusbüro Singapur nimmt dies zum Anlass und setzt vermehrt auf Augmented Reality Erfahrungen und Kontaktlosigkeit bei immer mehr touristischen Stätten. Für Poh Chi Chuan, Acting Chief Technology Officer des Singapore Tourism Board, gilt die Technologie als wohl wichtigste Komponente für einen Restart des Tourismus.

Eric Bay, CEO von Qweekle, stellt mit seiner Technologielösung Veranstaltern und Attraktionen eine Möglichkeit zur Verfügung, mittels App die Touristenströme digital mitzuverfolgen. Durch ausnahmsloses Online-Booking und dem Scannen eines QR-Codes beim Betreten des Gebäudes oder der Attraktion, können in Echtzeit die Besucherströme nachverfolgt und eventuelle "peaks" antizipiert werden. Die App ist einfach zu implementieren und mit dem Smartphone zu bedienen. Erstes Versuchsteilnehmer waren das Brussels City Museum, das bereits dank Qweekle im April wieder für Besucher öffnen konnte. 

Trend 2 – Phygitalisierung: die Mischung macht’s!

Die Corona-Krise hat unzweifelhaft zur Beschleunigung der Digitalisierung geführt. Veranstalter mussten von einem Tag zum anderen umdenken, um weiterhin mit ihren Business- und Leisure-Kunden in Kontakt zu bleiben. Ob zu 100% digital oder ergänzend zu Präsenzveranstaltungen, Hybrid-Events, bei denen auf die Mischung zwischen virtuellen und realen, physischen Erlebnissen (Phygitalisierung) gesetzt wird, boomen.

Dabei spielt für Martin Lessard, Managing Director MT Lap Tourism u.a. die zeitliche Dimension eine ganz neue Rolle: Bereits im Vorfeld eines Events ist es nun maßgebend, Emotionen zu vermitteln und somit „die Community anzuheizen“. Bei der Veranstaltung selbst sollte eine Vielzahl an Erlebnissen angeboten (Konferenzen, Workshops, Networking, individuelle Meetings…) und zeitgleich auf die Szenographie, bzw. den digitalen Bühnenbau, geachtet werden. Im Anschluss kann die Wirksamkeit der Veranstaltung durch klug zusammengestellte Replay-Sequenzen für die Teilnehmer verstärkt werden.

Sophie Lacour, PhD in Information and communication sciences, CEO of ADVANCED TOURISM betont den Gegensatz eines Bildes zur Realität und markiert damit einen Gegentrend zur Digitalisierung. Mehr als 55 % der Interaktion besteht aus non-verbaler Kommunikation, d.h. Mimik, Gestik, Kleidung etc. In der Kommunikation über das Internet präsentieren sich Personen in einem Rahmen, halten sich an den vorgegebenen Bildausschnitt der Kamera, können nicht näher heranrücken oder sich von einer Person weiter entfernen, wodurch virtuelle Meetings auch immer nur ein Ersatz bzw. eine Alternative zu realen Meetings darstellen können. Die physische Nähe kann nicht ersetzt werden, die Kreativität, die sich aus spontanen Treffen vor oder nach Meetings ergibt, geht verloren. 

Trend 3 – Low-Tech

Die Corona-Krise hat zudem die Zerbrechlichkeit unserer urbanen Ökosysteme aufgezeigt. Es scheint nun wichtiger denn je, seinen Lebensstil nachhaltiger zu gestalten. Im Gegensatz zur High-Tech setzt die Low-Tech auf Technologien, die unsere Bedürfnisse stillen, gleichzeitig wenig Ressourcen verbrauchen und das Ökosystem minimal belasten.

"Legen Sie Ihr Smartphone zur Seite, erobern Sie die Destination mit allen Sinnen und einem neuen Feingefühl für Zeit und Raum!", überzeugt Ko Koens, Professor of New Urban Tourism at Inholland University of Applied Sciences in Rotterdam. Low-Tech bedeutet nicht unbedingt, gänzlich auf Technologie zu verzichten, manche Lösungen beinhalten sogar hochtechnologische Features, die aber einen geringen Verbrauch und de facto eine sparsamere Gesellschaft anstreben. Im Städtetourismus suchen Touristen z.B. immer mehr nach authentischen Erlebnissen und dem direkten Kontakt mit lokalen Einwohnern, welche anhand Low-Tech-Lösungen leicht organisiert werden können.

Bestes Beispiel für eine Low-Tech Organisation ist Ouibike.net – ein französischer Fahrradverleih, der in allen Regionen Frankreichs verfügbar ist. Touristen können sich dafür online registrieren und in den lokalen Shops das Fahrrad abholen. Eine Kaution ist nicht notwendig, die Versicherung wird vom Fahrradverleih übernommen. 

Trend 4 – Gamification und virtuelle Erlebnisse

Die Gamification bietet Destinationen neue Möglichkeiten, das touristische Erlebnis durch die Anwendung spielerischer Elemente zu verbessern. Jüngere Generationen können so z.B. für den Besuch kultureller oder historischer Stätten begeistert werden, den sie ohnedies nicht gemacht hätten. Geocaching, virtuelle geführte Besichtigungen, mobile Spiele-Apps… Die Möglichkeiten der Gamification scheinen schier unbegrenzt.

Nathalie Paquet, CEO Urban Expé, erläutert den Trend als eine Zuflucht aus dem Alltag, wie ihn auch Urlaubsreisen darstellen. Eine ähnliche Mechanik findet sich zudem in Videospielen, die eine Welt generieren möchten, die für "Touristen" interessant ist. Mittels Smartphone, Computer oder Tablet können Interessierte bequem vom Wohnzimmer aus neue Destinationen entdecken. Challenges bieten einen gewissen längeren Anreiz und Auszeichnungen sorgen für den Belohnungseffekt. 

Trend 5 – Städte als Schmelztiegel für Innovation

Angesichts des globalen Klimawandels ist es wesentlich, neue Lösungen und good practices in der Tourismus-, Kultur- und Freizeitwirtschaft (neue Arten des Caterings, der Beherbergungen…) zu testen und möglichst rasch zu Ergebnissen zu kommen.

Ein breites Angebot und aktive Netzwerke an Stakeholdern, starke und regelmäßiges Touristenströme und der 24h-Betrieb mancher Dienstleistungen machen Städte zu idealen Versuchsfeldern für innovative Lösungen. Touristen gelten hierbei als ideale externe Probanden, welche im Gegensatz zu lokalen Einwohnern ein neues Umfeld entdecken, in dem sie eher Begleitung und Hilfe brauchen. Mit diesem frischen Blick auf die urbanen Erlebnisse können Bedürfnisse erkannt und innovative Lösungen optimal getestet werden. Neue Logistikverfahren, E-Menüs in Restaurants, dynamische Beschilderung… die Corona-Krise hat 2020 bereits unfreiwillig zum Umdenken in der Branche und zur Testung einiger neuer Verfahrensweisen geführt.

Flavie de Bueil-Baudot, Office Manger European Cities Marketing, sieht im Zusammenspiel von Einwohnern, Besuchern und Business-Reisenden, die Entwicklung der Seele der Stadt, ihre Essenz, die zur Entwicklung eines nachhaltingen Städtetourismus maßgeblich beiträgt. 

Das 5. Trend-book ist als Vollversion zum Nachschlagen unter https://online.flippingbook.com/view/950581/ verfügbar. 

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