ATH & BASSENA

Die Zukunft ist jung

Wer die Gäste zukünftig begrüßt, bekocht, begeistert ist eine entscheidende Erfolgsfrage. Die Austria Trend Hotels und BASSENA haben die Ausbildung auf neue Beine gestellt und eine Lehrlingsakademie gegründet. Die Lehrlinge selbst sind begeistert.

Es ist nur ein kurzer Spaß, man kennt es. Zu Beginn eines Lockdowns fühlt man sich gar nicht einmal so unwohl mit der Situation, schließlich lockt mehr Zeit zuhause. Doch ziemlich bald wird der Spaß sehr eintönig. Es fehlen die Herausforderung des Jobs, die sozialen Kontakte, das gemeinsame Lachen und Ärgern, die Freude an der Arbeit und die Motivation. Da geht es denen, die erst ins Arbeitsleben starten ganz gleich wie den alten Hasen.

„Auf jeden Fall!“ antworten Denise Stieger, Melanie Fritz und Johannes Prinz auf die Frage, ob das Arbeiten wieder Spaß macht. Die drei absolvieren gerade ihre Ausbildungen als Hotel- und Gastgewerbeassistentin sowie als Koch bei den Austria Trend Hotels in Wien und stehen kurz vor der Lehrabschlussprüfung. Weil die meisten Hotels der Gruppe geschlossen haben und damit die Möglichkeit des Gästekontakts auf wenige Geschäftsreisende beschränkt ist, musste in der Ausbildung eine Lösung her. Eine, die mehr leistet, als man anfangs hoffen konnte.

„Wir haben zu Beginn des zweiten Lockdowns relativ schnell gemerkt, dass wir gerade den jungen Menschen Perspektiven geben und bei ihnen die Freude am Beruf wiederaufleben lassen müssen“, erklärt Michael Kröger, Geschäftsführer der Austria Trend Hotels, im Gespräch mit hotel & touristik. In einer Suite im Hotel Rathauspark im Herzen Wiens begrüßt uns der erfahrene Hotelmanager gemeinsam mit Gudrun Trapl-Walzl, Talente- & Trainings-Managerin der Verkehrsbüro, und den drei Lehrlingen zu einem Gespräch über Chancen.

Üben wir Hotel

„Menschen wollen reisen – beruflich wie privat. Die Hotellerie ist eine starke Branche, sie hat Zukunft und das wollten wir damit ein Stück weit signalisieren“, ist Kröger von der Idee der Lehrlingsakademie überzeugt. Sie ist also mehr als ein Corona-Projekt. Über 70 Lehrlinge werden aktuell aufs Berufsleben vorbereitet, mehr als 40 von ihnen in acht Hotels in Wien, die anderen in zwei Häusern in Salzburg. Hier wird Hotel geübt: Neben Theorie, Trockentraining und Rollenspielen auch die Praxis, soweit das möglich ist in den für Geschäftsreisende geöffneten Häusern. Vor allem für jene, die im dritten Lehrjahr stehen, ist die Lehrlingsakademie eine große Stütze.

Beschwerdemanagement. Wie funktioniert ein guter Check-In? Wie kann man die Nähe zum Gast aufbauen? Das alles kann man zuhause auf der Couch nicht erlernen. Interessant für die jungen Mitarbeiter ist außerdem die Möglichkeit, in die verschiedenen Marken der Gruppe –  von den Austria Trend Hotels selbst über BASSENA bis Radisson Blu – reinzuschnuppern. Und nicht zu unterschätzen: Die Lehrlingsakademie fördert durch ihre Struktur den Aufbau der für die Branche so wichtigen Freundschaften und Netzwerke.

Ein großes Plus: Die Ausbildungskräfte – allesamt gestandene Profis, die sich aus den verschiedenen Abteilungen eines Hotels und Führungskräften zusammensetzen, mit Ausbilderprüfung und regelmäßigen Trainings bestens auf die Herausforderungen vorbereitet – haben mehr Zeit, um sich intensiv mit den jungen Menschen und deren individuellen Talenten zu beschäftigen. In einem normalen Hotelbetrieb, wenn es vor lauter Gästen richtig wurlt, ist das in diesem Umfang unmöglich. „Man muss das mit Passion machen und gerne anderen etwas vermitteln. Das ist Teil der Führungsaufgabe“, so die Talents- & Trainings-Managerin Gudrun Trapl-Walzl. „All diese Vorteile darf man nicht unterschätzen. Aber ja, die Stimmung ist eine andere, wenn die Hotels voll sind“.

Für Kröger ist die Lehrlingsakademie vor allem eine Investition in die Zukunft des Unternehmens und wohl auch der Branche insgesamt: „Ich glaube, es wird auch in Zukunft herausfordernd, gute Fachkräfte zu bekommen. Für uns ist die Ausbildung junger Menschen ein ganz wichtiger Teil in der Entwicklung des Unternehmens.“ Daher wird es auch im kommenden Schuljahr wieder zehn bis 15 neue Lehrstellen geben. „Das ist nicht alltäglich in der jetzigen Zeit“, betont Kröger, der überzeugt ist, dass genügend gute Bewerbungen (man wird weiterhin auf Qualität achten) eintreffen werden. Wobei das Corona-Jahr schon für eine Delle gesorgt hat, nicht alle offenen Stellen konnten 2020 besetzt werden. Normalerweise hat man zwischen 80 und 90 Lehrlinge in Ausbildung.

„Ich bin ein praktischer Mensch“

Für die drei Lehrlinge, die uns Rede und Antwort stehen und schon deutlich reifer wirken, als es ihr Alter erwarten lässt, ist die Hotellerie die ideale Branche. „Ich wollte gleich nach der Schule arbeiten gehen“, erzählt Denise Stieger. „Ich bin ein eher praktischer Mensch.“ Die Hotel- und Gastgewerbeassistentin in Ausbildung ist gern mit Menschen zusammen, kümmert sich um deren Bedürfnisse – nicht, weil sie muss, sondern es mag. Sie sucht den persönlichen Kontakt. „Gerade der Lehrberuf als HGA ist perfekt, weil man nicht nur an der Rezeption arbeitet, sondern auch in der Küche, im Service, im Housekeeping; man lernt alles mal kennen. Das stärkt das Verständnis füreinander im Hotel“, sagt Stieger. „Das ist perfekt für mich, ich bin sehr froh, dass ich diesen Beruf gewählt habe.“

Sie will nach der Lehre in der Branche bleiben, wahrscheinlich sogar im Betrieb. Selbstverständlich ist das heutzutage nicht mehr. „Deshalb unser klares Commitment, dass wir ambitionierte Lehrlinge, die bei uns bleiben wollen, nach ihrer Behaltefrist gerne in unserem Unternehmen begrüßen“, betont Kröger.

Melanie Fritz entschied sich ebenfalls für die Hotellerie, weil der Gästekontakt lockte – selbst wenn der bei manchen hin und wieder anstrengend sein kann. Aber das gehört dazu. „Tourismus hat mich generell immer schon interessiert. HGA ist der perfekte Lehrberuf, weil er so vielfältig ist“, so die junge Wienerin. Wie gut der Ruf der Ausbildung in der Verkehrsbüro Group als Ganzes und der Austria Trend Hotels im Speziellen ist und wie weit er reicht, beweist das Engagement von Johannes Prinz. Der junge Koch ist im elterlichen Gasthaus in Höflein im Bezirk Bruck an der Leitha aufgewachsen. Zwar hatte er eine Tourismusschule besucht, „aber ich habe bemerkt, die Schule ist nichts für mich, doch der Beruf taugt mir“, muss er schmunzeln. Für ihn stehen nach der Ausbildung Saisonarbeit und Erfahrung sammeln in verschiedenen Restaurants am Plan. Prinz: „Ich hab mit vielen Küchenchefs gesprochen, die mir gesagt haben, das ist eine schwierige Zeit, aber da haben sie am meisten gelernt.“

Die Welt steht ihnen offen, im Tourismus hat man die Möglichkeit, überall hinzugehen, wo man möchte. Erfahrungen sammeln, die man nicht kaufen – und nicht lehren – kann. „Ich empfehle euch das, so schwer es mir fällt, weil ich die jungen Leute eigentlich im Unternehmen behalten möchte. Aber geht mal raus, schaut euch die Welt an, arbeitet in anderen Hotels und kehrt dann vielleicht wieder zurück“, richtet Kröger, der selbst in jungen Jahren zwischen See und Berg pendelte, einen Appell an seine jungen Mitarbeiter.

Lust an der Arbeit

Die Lehrlingsakademie kommt bei den Dreien spürbar gut an. „Man bekommt immer genau jene Unterstützung, die man braucht. Die Ausbildner und Kollegen gehen auf einen zu und helfen, ob es nun für die Schule, die Lehrabschlussprüfung oder den Job geht“, verrät Denise Stieger und Melanie Fritz bestätigt sie: „Ich habe sehr nette Arbeitskollegen hier im Hotel Rathauspark, bei denen ich immer nachfragen darf. Lieber mehrmals fragen, als etwas falsch machen.“ Die Ausbildung macht auch Johannes Prinz Spaß, es gibt viel zu lernen, und die Rahmenbedingungen passen: „Ich wollte eine Lehre haben, bei der ich meine Jugend genießen kann. Keine Überstunden, fixe Pausen und selten am Wochenende hackeln. Das finde ich gut.“

Das bei Laune und Lust halten ist für den Arbeitgeber natürlich eine zentrale Kompetenz. Arbeitszeiten und Einkommen sind die großen Themen der Branche, aber das Monetäre alleine ist nicht entscheidend. „Die Aus- und Weiterbildung, die Karrieremöglichkeiten und die Benefits – da sind wir als großes Unternehmen sehr gut aufgestellt“, argumentiert Michael Kröger. Über neue Arbeitsmodelle werde man sich aber Gedanken machen müssen, die Monate des Teleworkings hinterlassen in der Gesellschaft ihre Spuren.

Was wird von der Lehrlingsakademie bleiben, wenn die Welt sich wieder normal dreht? Sie wird auf jeden Fall weitergeführt, bekennt der Geschäftsführer der Austria Trend Hotels, „aber in einer anderen Art und Weise, weil dann unsere Lehrlinge wieder in ihren ursprünglichen Ausbildungsbetrieben tätig sind.“ Bis dahin haben Denise Stieger, Melanie Fritz und Johannes Prinz ihre Ausbildung wahrscheinlich schon erfolgreich beendet und freuen sich darauf, was der Job und das Leben so bringen. Bei den Damen steht dann noch die Matura am Programm, gerne ein Auslandsjahr und auf jeden Fall das Arbeiten mit Gästen. Auf Prinz wartet irgendwann die Selbstständigkeit und die Nachfolge im heimischen Betrieb. „Ich will ein geiles Lokal haben und ich wünsche mir, dass mir der Beruf in 20 Jahren auch noch Spaß macht.“ Die Freude am Beruf kann man lernen, wie die Lehrlingsausbildung bei Austria Trend Hotels eindrucksvoll beweist.

Die Hotels der Lehrlingsakademie:

  • Parkhotel Schönbrunn
  • Austria Trend Hotel Astoria
  • Austria Trend Hotel Savoyen Vienna
  • Austria Trend Hotel Rathauspark
  • Austria Trend Hotel Beim Theresianum
  • BASSENA Wien Messe Prater
  • Austria Trend Hotel Doppio
  • Radisson Blu Park Royal Palace Vienna

Die Hotels der Lehrlingsakademie in den Bundesländern:

  • Radisson Blu Hotel Altstadt
  • Austria Trend Hotel Europa Salzburg
  • Austria Trend Hotel Salzburg Mitte
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