Alitalia

Ciao ciao Alitalia!

75 Jahre nach ihrer Gründung wird Italiens nationale Fluggesellschaft eingestellt. Am Donnerstag fliegt der ehemalige italienische Monopolist zum letzten Mal, dann stellt er den Betrieb ein. Am Freitag startet die Nachfolgegesellschaft ITA (Italia Trasporto Aereo). Sie soll einen völligen Neubeginn markieren.

Der Übergang von Alitalia zu ITA erfolgt nicht reibungslos. Die Gewerkschaften drohen mit Protestaktionen, das ITA-Management befürchtet einen chaotischen Start. In den letzten Tagen sind bereits über 150 Flüge ausgefallen, mit Streiks versuchten kämpferische Angestellte, bessere Sozialpläne herauszuschlagen. Rund 5.000 Arbeitsplätze fallen beim Übergang von der alten zur neuen Fluggesellschaft weg.

Das Ende des "Flaggenträgers" erfolgt auf schmerzhafte Weise. Der italienische Staat bleibt auf 3 Milliarden Euro Schulden der insolventen Airline sitzen. Die neue Airline wird mit 175 täglichen Slots vom Mailänder Flughafen Linate und 178 Slots von Rom Fiumicino starten. Alitalia hatte bisher 10.600 Personen beschäftigt. Ziel der neuen Airline sei es, die Zahl der Mitarbeiter bis Ende 2025 von 2.800 auf 8.400 zu erhöhen. Da ITA allein nicht überlebensfähig ist, wird ein Partner gesucht. Die neue Airline hat gerade ein Abkommen mit Airbus über den Erwerb von 28 neuen Flugzeugen unterzeichnet und will weitere 31 Flugzeuge von der Air Lease Corp übernehmen.

Die Frist für den Verkauf der Marke der maroden Fluggesellschaft Alitalia ist inzwischen abgelaufen. Niemand reichte ein Angebot für die Marke Alitalia ein, die bis Anfang Oktober an den Höchstbietenden versteigert hätte werden sollen und zwar zu einem Startpreis von 290 Mio. Euro. Der Preis war von ITA-Verwaltungsratspräsidenten Alfredo Altavilla als "unrealistisch" bezeichnet worden. Erwartet wird, dass die Versteigerung in eine weitere Runde mit niedrigerem Preis gehen wird.

Alitalia hat bereits seit 2002 keine schwarzen Zahlen mehr geschrieben und war auf staatliche Hilfe angewiesen. 2017 stieg der italienische Staat direkt in das Unternehmen ein. Die EU hatte die Neugründung einer Nachfolgegesellschaft genehmigt, die angeblich in keiner Verbindung zur früheren Alitalia steht.

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