2022 – Unsere Zeit für Reisen!

„Wir haben sehr viel gelernt!“

Nach Monaten, die einfach nur zum Heulen waren, viel „zerschlagenem Geschirr“ und großer Planungsunsicherheit liegt die Hoffnung von Jutta Ochsenhofer, Inhaberin und Geschäftsführerin von Fox Tours sowie Obfrau der WKO-Fachvertretung der Reisebüros im Burgenland, darauf, dass kein weiterer griechischer Buchstabe den gut anlaufenden Sommerbuchungen und damit den pandemiemüden und bewegungshungrigen „Lock-Downern“ erneut einen Strich durch die Rechnung macht. 

traveller: Zwei Jahre Pandemie – wie geht es Ihrem Unternehmen heute und war 2021 „besser“ als 2020?

Jutta Ochsenhofer: Unser Unternehmen steht auf alle Fälle schlanker und digitaler da, als vor der Pandemie. Wir mussten leider einige Mitarbeiter gleich zu Beginn entlassen, haben aber noch unser Kernteam, das wir noch bis kommenden März in Kurzarbeit (KUA) halten werden. 2021 war ab Mai um einiges besser als 2020, zumal wir unser eigenes E-Bike Genuss-Radl-Programm (heuer das elfte Jahr) in noch größerem Umfang im Angebot haben. Ab Mitte Mai, wurden wir fast überrannt von pandemiemüden und bewegungshungrigen „Lock-Downern“, die vor allem unsere Sechs-Tagestour auf der Paradiesroute gebucht haben. Danach kam der Sommerbuchungs-Boom, der aber mit Mitte des Sommers leider wieder abgeflaut ist.

Jedenfalls sind November und Dezember 2021 und Jänner 2022 im Outgoing-Bereich viel besser als das Jahr davor, obwohl uns Omikron zur absoluten Unzeit getroffen hatte – über die Weihnachtsfeiertage, wo die meisten Familien den Jahresurlaub planen und es normalerweise ab dem 27.12. in den Reisebüros „zu brummen“ anfängt. Nun sind wir aber voll ausgelastet – halt mit einem kleineren Team – aber doch vielversprechend. Wir hoffen, dass uns kein weiterer griechischer Buchstabe einen Strich durch die Sommerbuchungen macht. 

Was waren für Sie und Ihr Unternehmen die größten Herausforderungen in dieser Zeit?

Die Ungewissheit in der Planung, die in der Reisebranche ja schon immer zu einem gewissen Grad besteht. Aber eine weltweite Reisewarnung und ein Shutdown mit Schließung der Flughäfen im März 2020 – das hatte doch ein nie da gewesen Dimension. Danach waren Stornos bzw. Rückabwicklungen, die sich über Monate zogen, eine vor allem nervliche Herausforderung. So als ob man mühevoll über Monate getöpfertes Geschirr zerschlägt – Tasse für Tasse, Teller für Teller. Es gab Buchungen, da war einem zu Heulen, als man diese auf NULL gesetzt hat. 

Veranstalter waren auf einmal nur mehr per E-Mail erreichbar – wären die Agenturbetreuer nicht gewesen, hätte Vieles am kurzen Weg nicht geklärt werden können. Danke nochmals an alle, die via WhatsApp, FB-Messenger, Handy und E-Mail für uns fast rund um die Uhr erreichbar waren. 

Kunden waren zwar anfangs sehr verständnisvoll, wurden dann aber zunehmend fordernder, wenn die Reise entweder, wenn sie nicht reisen wollten, nicht, oder, wenn sie reisen wollten, doch abgesagt wurde und es keinen Ersatz gab. Es großes Problem stellten alle X-Produkte dar, die seit der Pandemie sicher nur mehr dann verkauft werden, wenn es keine Alternative gibt – zumindest ist das bei uns so. 

Sind Sie Mitglied eines Verbandes (ÖRV oder ÖVT) und waren bzw. sind Sie mit der Arbeit der Interessensvertretungen (auch des Fachverbandes in der WKO) und den Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen durch die öffentliche Hand zufrieden?

Wir sind ÖRV-Mitglied und ich bin in der WKO Obfrau der Fachvertretung der Reisebüros im Burgenland. Dadurch habe ich sämtliche Verhandlungen und Diskussionen über Hilfsmaßnahmen hautnah mitverfolgen können. Wir alle verdanken Gregor Kadanka (WKO), Joschi Peterleithner (ÖRV) und Phillies Ramberger (ÖVT), dass schlussendlich für die Reisebranche tolle Hilfspakete geschnürt und ausverhandelt wurden. Beginnend von der KUA über die Härtefallfonds, die über die WKO abgewickelt wurden bis zu den Ausfallsboni, Verlustersätzen, FKZ 1 und FKZ 2 „800.000“. Wenn man das Tauziehen im Hintergrund mitbekommen hat, dann weiß man das Erreichte noch mehr zu schätzen.

Wir haben von Anfang an unsere Fixkosten so weit es ging reduziert, alle Unterstützungen, die es gab, beantragt und auch schon das meiste erhalten. Wir haben, so kann man sagen, nochmals die Kurve gekratzt. 
Und ich muss auch noch sagen: Sehr viele Kunden haben ihr Vertrauen in uns bekundet und ihre Guthaben im Jahr 2020 bei uns auf Gutschein gestellt - und diese auch schon wieder für Neubuchungen eingelöst. 

Wie stellt sich das Reisejahr 2022 dar – welche Erwartungen und Hoffnungen haben Sie?

Mit Flex-Optionen und Reiseversicherungen mit COVID19-Stornopaketen haben wir gute Produkte, die auch schon einige zum Frühbuchen animiert haben. Ich hoffe, dass wir die letzte große Welle durchtauchen und die Pandemie im Frühjahr/Sommer dem Ende zugeht. Und ein Get-together mit meinen Branchenkollegen wäre wieder einmal angesagt. Letzten Herbst haben wir beim ÖRV-Kongress in Wr. Neustadt gesehen, wie wichtig der persönliche Austausch ist. Die wichtigen Pausengespräche können uns Zoom, teams & Co nämlich nicht bieten. 

Haben, müssen bzw. werden Sie Ihr Portfolio verändern?

Unser Kerngeschäft ist die Vermittlung von Reiseleistungen – hier bieten wir vor allem Veranstalterpartner und Airlines an, die auch während der Pandemie – vor allem im Jahr 2020 – so gut es ging zur Seite gestanden sind. Alle Partner, die uns quasi im Regen stehen ließen, verkaufen wir nur mehr auf ausdrücklichen Kundenwunsch oder gar nicht mehr. Unser eigenes E-Bike-Programm haben wir ausgebaut. https://www.ebikesuedburgenland.at/katalog/

Was sind für Sie die Lehren aus der Krise und was glauben Sie, hat der Kunde aus der Krise „gelernt“? Wird sich das Reisegeschäft verändern?

Mit Sicherheit, dass in den Reisebüros nicht nur eine Reise verkauft wird, sondern ein Rundum-Paket beginnend bei einer unabhängigen Beratung bis zur Buchung inkl. Informationen zur Einreise, Coronabestimmungen, Registrierungen, Versicherungen usw. Wir haben auch alle gelernt, dass wir keine Händler sind, sondern nicht körpernahe Dienstleister, die ihre Serviceleistungen nicht unter den Scheffel zu stellen brauchen und für die Beratung und das Service auch etwas verlangen dürfen.  Der Trend geht nun wieder weg von den Bausteinreisen und verbundenen Reiseleistungen hin zur Pauschalreise – maßgeschneidert, aber auch aus einer Hand.

Zudem habe ich festgestellt, dass nun auch viele junge Kunden ins Reisebüro kommen – weg von Internetplattformen hin zur persönlichen Beratung, die hoffentlich nun bald wieder ohne FFP2-Maske vonstattengehen kann. Daher bieten wir auch Beratungsgespräche via Zoom und teams an. Auch geht der Trend weg von klassischen Katalogen in gedruckter Form hin zu Online-Katalogen und individuellen interaktiven Angebotsseiten. Wir sehen schon jetzt, dass viele Veranstalter kein großes gedrucktes Katalog-Portfolio mehr haben – natürlich auch pandemiebedingt, aber ich denke, dass diese Richtung auch nach der Pandemie beibehalten wird. Schon alleine aus Umwelt-, aber auch aus Kosten-Gründen. 

Über Fox Tours

Den Urlaubstraum zum Traumurlaub machen, diesem Grundsatz folgen Jutta Ochsenhofer und ihr Team seit nunmehr 30 Jahren und bieten dem Kunden ein Reise-Gesamtpaket aus einer Hand. Das von vergünstigten Parkplatz-Gutscheinen, Flughafentransfers, Reiseversicherungen, Mietwägen, U-Bahn- und Museumtickets, Rundreisen, Ausflugsfahrten, Musical- und Konzertkarten, Match- und Grand-Prix-Tickets, Reservierungen von Sportgepäck, speziellen Essenswünschen und Sitzplätzen auf Linien- und Charterflügen kaum Eventualitäten offen lässt. Das eigene „Genussradeln“ Radreise-Programm bringt Genießer und Aktivurlauber vom Burgenland über die Steiermark bis Kroatien zu den schönsten Plätzen. 

Mehr zum Angebot unter www.foxtours.at. Jutta Ochesenhofer ist per-E-Mail  an j.ochsenhofer@foxtours.at erreichbar.

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