traveller 02/2022

02 | 2022 9 (700 bis 1.100 Euro) und Taipeh (rd. 800 bis 1.200 Euro), ich denke, diese sind für den Passagier akzeptabel. Wir haben schon so vieleWellen erlebt – etwa das ständige Auf und Ab des Treibstoffpreises – und natürlich müssen auch wir kostendeckend fliegen und vor allem unsere Serviceleistungen stabil halten. Denn das ist eminent, um das Vertrauen der Passagiere nicht zu verlieren. Apropos Vertrauen, wie hat EVA Air das Umbuchungs- und Stornochaos zu Beginn der Pandemie bewältigt? EVAAir war indieser Zeit sehr kulant, ichbinwirklich stolz auf unser Unternehmen. Natürlichmussten wir den Regeln für Umbuchungen und Stornierungen folgen, aber wir haben den Fluggästen gemeinsam mit den Agenturen immer geholfen, auch beim Umbuchen auf andere Carrier. Denn Erstattung undUmbuchung gehören zudenRechtender Passagiere. Die Rückerstattungendauerten meist nie länger als einen Monat. Die Passagiere wussten dies zu schätzen undwarenmit unserem Service sehr zufrieden. Wir ziehen auch bei unangenehmenDingen vor, unseren Service zuhundert Prozent zu gewährleisten. Denn es geht auch um die Wahrung unseres Images und des Vertrauens zwischen Airline und Passagieren. Eine professionelle Servicekultur ist demnach Teil des Erfolgs von EVA Air? Ich glaube, nur noch sehr wenige Fluglinien verfügen über ausreichend Personal, fast alle haben personell reduziert. Nicht EVA Air, wir haben in Wien immer noch 30Mitarbeiter. Unser PassengerServicecenter ist immermit drei Personen besetzt. Eine hohe Servicequalität und die Sicherheit waren für den Gründer von EVA Air das Wichtigste und sind Teil unserer DNA. Von der Wartung der Flugzeuge bis zumCatering undGroundhandling wurden jeweils eigene Units gegründet, um den besten Service für EVA Air zu gewährleisten. Auf diesem Konzept basiert die ganze EvergreenGroup, es gibt Evergreen Aviation Technologies, Evergreen Hotels, Evergreen Busse, Evergreen Containerschiffe und eben EVA Air. Sicherheit steht dabei immer an oberster Stelle, und hier rangiert EVAAir bekanntlich seit vielen Jahren im Ranking der sichersten Airlines ganz weit oben. Gibt es Neuigkeitenbzw. Änderungen imBordservice, etwa im Catering? Ich freue mich hier auch auf einige Neuigkeiten (lacht). Während der Pandemie konntenwir unser gewohntes Service vomWagen nicht bieten, sondern nur im vorgefertigten Tray servieren. Wir werden aber bald wieder den gewohnt hohen Standard anbieten können. Und in Wien pflegen wir eine sehr gute Zusammenarbeit mit DO&CO. EVA Air war die erste Airline mit einer PremiumEconomy-Class, geflogenwirdaber aktuell im Zwei-Klassen-System? Ja, die Wien-Route wird in zwei Klassen – Royal Laurel und Economy-Class – bedient. Aber wir hoffen sehr, dass uns das HQ bald grünes Licht für die PremiumEco auf demWien-Flug gibt. Die Passagiere bevorzugen diese Klassemitmehr Platz und Service. Ich hoffe, dass in den neu georderten Flugzeugen (Boeing 787-10 Dreamliner) die Premium-Economy wieder ein fixer Bestandteil werden könnte. Aus Sicht vonEVAAir, inwelche Richtung sollte sich das Produkt Fliegen in naher Zukunft entwickeln? Das ist eine gute Frage, über diewir intensiv nachdenken. Natürlich müssen wir unseren Standard beibehalten, wie wir Partner mit gleich hohen Qualitätsansprüchen benötigen, um unser Netz zu erweitern. Wir können nicht alleine fliegen, auch, um Emissionen zu sparen und Ziele mit Partnerdiensten zu verbinden. Aber, wir müssen einen vergleichbar hohen Servicestandard garantieren können. Deshalb glaube ich, dass gerade Wien großes Potenzial für ein neues Produkt hat und eine sehr gute Brücke zwischen Asien und Europa sein kann. Mit Taipeh als Hub nach Asien undWien als Hub innerhalb Europas. Hier sehen wir z.B. mit Star Alliance Mitgliedern großes Potenzial, um unsere beiden Netzwerke mit einem sehr passagierorientierten Produkt zu erweitern. Einfach nur zu sagen, man habe die besteQualität reicht nicht, wenn man den Bedarf der Kunden nicht erkennt. Sie benötigen eine Fluggesellschaft, umzu reisen und das Produkt Reisenmuss für sie überzeugend sein. EVA Air befindet sich als Mitglied der Star Alliance im Kreis vieler guter Partner?

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