traveller 02/2022

10 02 | 2022 Interview Ja, und hier ist Wien als Star-Hubmit der Lufthansa Group und Austrian Airlines im Vergleich zu London, Paris oder Amsterdam – die keine StarHubs sind – in einer sehr guten Position, um das Netzwerk zu erweitern. Star Alliance feiert heuer ihr 25-jähriges Bestehen. Welchen Stellenwert haben Allianzen noch? Als EVA Air 2013 der Star Alliance beigetreten ist – wir feiern nächsten Jahr das zehnjährige Jubiläum (18.06.) – waren wir der Junior in der ältesten Allianz mit Branchengrößen wie Lufthansa oder Thai Airways und den vielen anderenMitgliedern. Aber wir sind mit dem Beitritt „gewachsen“ und haben uns kontinuierlich verbessert. Gerade der Systemumstieg auf Amadeus hat hierzu enorm viel beigetragen. Das Konzept einer Allianz sind die gleiche Systemwelt und ein gleichwertiger Standard, der auch für die Passagiere sichtbar ist. Der Hauptvorteil einer Allianzmitgliedschaft ist aber ein starkes Netzwerk, das das eigene Angebot ergänzt bzw. erweitert und dem Passagier zur Verfügung steht. Für Frequent Flyer ergeben sich dadurch schier unendliche Möglichkeiten. Star Alliance Member zu sein bzw. mit einem StarMitglied zu fliegen, bringt also beiden Seiten – Kunden wie Fluglinie – Vorteile. Fliegen und Nachhaltigkeit, passt das überhaupt zusammen? Kann es eine grüne Zukunft für die Luftfahrt geben? Umweltfreundliches Reisen ist eines unserer ganz großenUnternehmens-Themen, diemeisten Fluggesellschaften und auch wir haben sich bis 2050 zu Null Emissionen verpflichtet. Das ist unser aller Ziel, jedes Unternehmenmuss darüber nachdenken, wie man die Kohlenstoffemissionen minimieren kann. Auch wir haben bereits dahingehend Pläne entwickelt, etwa das „Geen Travel“ Carbon Offset Program initiiert, umCO2-Neutralität zu erreichen. Die StreckeWien-Taipeh beträgt rd. 10.000 Kilometer und kostet etwa eine Tonne CO2-Emissionen pro Passagier. Ihn für diesewichtige Thematik zu sensibilisieren, ist Teil unserer Aufgabe. Ist die Einführung einer CO2-Steuer der richtige Weg? Wenn er funktioniert, um die Umwelt zu verbessern, ja. Nur muss es ein globaler Weg und nicht nur punktuell für Regionen sein. Man kann die Luft nicht auf ein bestimmtes Gebiet beschränken. Das Problem dieser Steuer ist die Zweckgebundenheit, wofür das Geld letztlich verwendet wird. Schließlich sollte die Natur davon profitieren, nur was macht die Natur mit Geld? Waswünscht sichEDWARDHOfürdie Zukunft, für sich und sein Unternehmen? Ich bin glücklich und zufrieden, hier inWien sein zu können. Denn, anders als eigentlich üblich, musste ich nicht nach meinen ersten drei Jahren an eine andere Station oder ins HQ nach Taipeh wechseln, sondern durfte bleiben. Dafür bin ich meinemUnternehmenwirklich sehr dankbar, dass es meine Entscheidung unterstützt hat. Ich liebe Wien, meine Familie und ichwerden inÖsterreich bleiben. Ichdenke, dass ich inWiennoch vielmehr erreichen kann. DasUnternehmen expandiert und Wien ist eine sehr wichtige Station in Europa. Der Markt ist nicht groß, aber es gibt vieleMöglichkeiten und wir haben nun unseren Platz im Markt gefunden. Nicht nur imPassagierbereich, sondern vor allemauch in der Fracht. Ja, es gibt für EVAAir – für mich selbstverständlich die beste Fluglinie – gemeinsammit unseren sehr gutenPartnernwie dem Flughafen Wien und den Star Alliance Partnernnoch sehr viel zu tun.Wir werdenuns laufend weiter verbessern, umdann vielleicht eines Tages jene Rolle zu spielen, dass Fluggesellschaften von uns lernen. So wie EVA Air in ihren Anfängen von den Großen gelernt hat. bc/ts Allianz Partners Wird der Sommer 2022 zu teuer? Die persönliche Finanzsituation und steigenden Lebensunterhaltungskosten sind für die Urlaubshungrigen ein potenzielles Hindernis. Viele wägen ab, ob sie sich einen Urlaub überhaupt erlauben können. Zusätzlich erschweren die geopolitischenUnruhen eine unbekümmerte Haltung einzunehmen. Und auch auf den Herbst sieht man mit etwas Unbehagen. Es gibt also viele Faktoren, die Reisende aktuell in einen „summerblues“ versetzt, wie eine aktuelle Umfrage von Allianz Partners zeigt. Die tatsächliche Reisetätigkeit spricht aber eine ganz andere Sprache und lässt zumindest für die kommende Saison noch eine erfreuliche Aussicht zu. Denn in Österreich planen 87 %der Bevölkerung einen Urlaub dieses Jahr – was uns imEU-Schnitt nach Italien (92 %) und Spanien (89 %) zum reisefreudigsten Land macht. Gereist wird wieder vermehrt ins Ausland (58 %), aber überwiegend innerhalb Europas, während die andere Hälfte (45 %) einen Urlaub im Inland wählt und damit den anhaltenden Trend vom Urlaub im eigenen Land fortsetzt. Auf Platz 2 bei Auslandsreisen sind die Schweizer:innen (57 %), überall anders tendiert man zum Teil deutlich stärker zu Reisen innerhalb der eigenen Grenzen, am meisten in Italien (81%), Spanien (75%) und denUSA (67%). Wenn es dann Urlaub sein soll, wird auch nicht gespart. Die Österreicher:innen planenmit einem Budget von durchschnittlich 2.300 Euro proHaushalt und liegen damit im Vergleich zu anderen europäischen Ländern auf dem Spitzenplatz. In Deutschland sind es gerade einmal 1.680 Euro, in Italien rund 80 Euro weniger. Jeder vierte österreichische Haushalt beabsichtigt sogar, noch mehr als 3.000 Euro für den heurigen Urlaub auszugeben. Nur die Amerikaner übetreffen hier den EU-Durchschnitt mit 3.061 Euro. Einen Strich durch die Rechnung könnten aber weiterhin die steigenden Reisekosten machen. Eine Einschätzung für die nächsten Jahre ist daher schwierig und hängt auch davon ab, ob Corona wieder dazwischenfunkt. Angsichts der aktuellen Krisen ist es daher nicht verwunderlich, dass die Menschen in fast allen Ländern ihre größteHoffnung in einen entspannten und erholsamen Urlaub stecken. „Die Menschen freuen sich auf den Sommer ohne Einschränkungen, das ist spürbar. Dennoch sind Pandemie, geopolitische Lage undwirtschaftliche Herausforderungen in denKöpfen“, kommentiert ErikHeusel, Geschäftsführer vonAllianz Partners Österreich. nv © MicroOne - stock.adobe.com

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