Traveller 08/2021

08 | 2021 9 30 Grad imNovember, Glamour und „Do Buy“ in den zahllosen Einkaufstempeln der Stadt die Expo. DieWeltausstellung steht unter demMotto „Connecting Minds, Creating the Future“ und findet noch bis Ende März 2022 statt. Das 438 Hektar große Areal zwischen Dubai und Abu Dhabi wurde in unfassbar kurzer Zeit bebaut. Für die Zeit danach gibt es Pläne zur Umnutzung als Wohnraum, gesichert ist das nicht und für die Emiratis wahrscheinlich auch nicht wirklichwichtig. In den ersten beiden Monaten verzeichnete die Expo fast fünf Millionen Besucher. ÖsterreichischeTürme Österreich ist mit einem Pavillon, der ins Auge sticht, vertreten. Die 38 Kegeltürme aus Beton sind eine Hommage an die traditionelle arabische Architektur, angelehnt an die kühlendenWindtürme. Der Pavillon kommt weitgehend ohne technische Kälteerzeugung aus und benötigt bis zu 70 Prozent weniger Energie als konventionell klimatisierte Gebäude in Dubai. Von den äußeren Werten waren auch die namhaften Tourisitiker aus ganz Österreich begeistert, die auf Einladung der ÖsterreichWerbung (ÖW) auf einer Innovationsreise die Expo erlebten und Kontakte mit arabischen Reiseveranstaltern knüpfen konnten. Der traveller war mit on tour. Über die inneren Werte kamen allerdings zwiespältige Wortmeldungen, zu „verkopft“ sei das Expo-Motto „Austria makes sense“ inVerbindung der Lebens- undWirtschaftsbereiche umgesetzt. Vor allem imVergleich zu den Schaumomenten der anderen Länder. Für offene Münder sorgte etwa der Auftritt Saudi-Arabiens, das sehr gekonnt mit schönen Bildern und Emotionen agiert – aber mit 150 Millionen Euro auch das zehnfache Budget Österreichs zur Verfügung hatte. Der stillere Auftritt Österreichs ist andererseits ein Kontrapunkt zur Reizüberflutung in der Nachbarschaft, wo im besten Fall (touristische) Klischees bedient, oft aber auch übertrieben dem Nationalstolz gefrönt wird. „Unser Pavillon kommt bei der lokalen Bevölkerung extrem gut an“, erzählt Philipp Schrammel, Pavilion Director der Expo Austria 2020. Ganz ohne Klischees kommt man natürlich nicht aus, der „Emperors Dish“ Kaiserschmarrn im Österreich-Cafe begeistert immer wieder aufs Neue. Erfolgreich genutzt wird der Messeauftritt auch vomengagierten Teamder Österreich Werbung in der Region unter der Leitung von Robert Gröblacher. Gäste aus den arabischen Ländern in Österreich zählen zu den kaufkräftigsten überhaupt. Pro Kopf und Tag geben sie im Urlaub 487 Euro aus, ohne An- und Abreise mitzurechnen, verzeichnen eine sehr lange Aufenthaltsdauer (sieben Tage imSommer) vorwiegend in der 4/5-Stern-Hotellerie oder HighEnd Apartments. 2019 sorgten sie noch für 1,3 MillionenNächtigungen inÖsterreich bei 384.000 Ankünften. Mit Emirates, Qatar, Saudia, Kuwait Airways, flydubai, AirArabia, Flynas und Etihad gibt es doch zahlreiche Anbieter mit Flugverbindungen. Beliebteste Region ist Salzburgmit einem Anteil von fast 54 Prozent – Stichwort Zell am See-Kaprun – deutlich vor Wien und Tirol. Heuer waren die arabischen Länder ab der Öffnung im Mai der stärkste Fernmarkt, erklärt ÖW-Chefin Lisa Weddig, und in Wien sind die Vereinigten Arabischen Emirate nach Wertschöpfung der viertwichtigste Markt. Ein noch zu lösendes Problem ist die 2G-Regel in Österreich, weil doch viele potenzielle Gäste mit Sinopharm geimpft sind, das bekanntlich von den Behörden noch nicht anerkannt ist. Eintauchen und abtauchen Der Trend geht aber auch in die andere Richtung, vor allemDubai lockt Österreicher mit bekannten Qualitäten. Saud Mohammed Saeed Hareb Al Muhairi, bei Dubai Tourism verantwortlich für die deutschsprachigen Märkte, hat einen einfachen Job. Zumindest die Argumente gehen ihm nicht aus, warum Dubai regelmäßige Besuche wert ist. Die Stadt verändert sich in einem unglaublichen Tempo, Jahr für Jahr werden neue Attraktionen aus dem Boden gestampft. Jüngst etwa „Ain Dubai“, mit 260Metern Höhe das größte Riesenrad der Welt – mit weniger als Rekordleistungen geben sich die Emiratis nicht zufrieden. Oder das „Museum of the Future”, ein weiteres architektonisches Wunder, die unvermeidliche Dependance von „Madame Tussaud“ und nicht zuletzt Neuzugänge bei den Malls. Einen imposanten Blick bot sich der Gruppe der ÖW-Innovationsreise vom Aussichtsturm „The View“ mit der Skyline der Stadt vor den Augen und gleich unter den FüßenThe Palm. In die andere Richtung ging es bei „Deep Dive Dubai“, dem – was sonst – tiefsten Pool der Welt. Taucher können sich hier an einer riesigen Unterwasserwelt mit verlassenen Häusern und verschiedenenThemengebieten in eine Tiefe von bis zu 60 Metern sattsehen. Und wer sich nach einem kleinen Stück Österreich im Wüstenland sehnt, kann zum Beispiel das Vienna Cafe im JW Marriott Hotel Dubai besuchen, die weltweit höchsten Wassersäulen der „Palm Fountain“ bestaunen samt Wiener Walzer als musikalische Begleitung oder stärkt sich auf den Straßen der Stadt mit einemKaffee vomEspressomobil. Die Destination ist seit Juli 2020 durchgehend wieder für touristisches Reisen geöffnet. Im vergangenen Winter profitierte Dubai, da es die einzige gut erreichbare Sun- and Beach-Destination war. Mit der Expo 2020 wurde laut lokaler Hotellerie und den Airlines das Vorkriseniveau wieder erreicht und teilweise sogar übertroffen. DXB war 2021 der meistfrequentierte Flughafen weltweit auf Basis internationaler Ankünfte. Dubai kann einen überfordern mit seinen bunten Superlativen, aber es ist unverwechselbar, immer eine Reise wert und ist eines sicher nicht – langweilig. ts Das Team der ÖsterreichWerbung für die Arabischen Länder unter der Leitung von Robert Gröblacher.

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