Traveller 08/2021

34 08 | 2021 Special © Bas Meelker Photography – stock.adobe.com, Destina – stock.adobe.com Die genannte Initiative sowie viele weitere grüne Maßnahmen sind unter www.traveller-online.at in der Kategorie „Green“ nachzulesen. Haben Sie ein innovatives Klimaschutz-Projekt, eine besondere touristische Maßnahme, die nachhaltiges Reisen unterstützt, dann schreiben Sie an n.vejnoska@traveller-online.at Grüne Initiativen Mit Volldampf gegen dieWand Lauschte man der stündlichen „Kriegsberichterstattung“ der Staats- und Regierungschefs allerWelt auf der diesjährigen Klimakonferenz in Glasgow, könnte man glatt meinen, dieWelt gehe morgen unter. Intensiv sind die Eindrücke von Massenartensterben, Überflutungen, Waldbränden, Sturmschäden und Hitzewellen in allen Teilen der Welt. So viel Pessimismus kann doch keiner ertragen, die Konferenz war meines Erachtens ein voller Erfolg. Keiner will zurück ins Mittelalter und mit derselben Einstellung ist man auch an die diesjährige 26. Klimakonferenz in Glasgow (kurz COP26) herangetreten. Die ölreichen Arabischen Emirate – in denen übrigens gerade die Expo 2020, ein Mega-Event mitten in der klimatisierten Wüste, stattfindet – zeigten, was sie imKampf gegen den Klimawandel noch vorhaben – sollte das Öl letztendlich ausgehen, versteht sich natürlich. Und der brasilianische Stand konnte wieder auf die finanzielle Unterstützung der Agrarlobby bauen, die ihre Stielaugen schon auf den nächstenHektar Regenwald gerichtet hat. China setzte sich in weiser Voraussicht Ziele, die noch in den Sternen stehen. Gut so, so kann man sie auch nur schwer verfehlen. Ab 2030 soll es dann für die Volksrepublik soweit sein und man will beginnen, darüber nachzudenken, obman vielleicht die Emissionen allmählich senken soll. Und auch Indien dachte lang und breit über realistische Ziele nach und setzte noch 20 Jahre auf die bisherigen Zugeständnisse zur Klimaneutralität oben drauf. Bis 2070 will man diese in einem der bevölkerungsreichsten Teilen der Erde dann auch endlich erreichen. Und als ganz großen Schritt sieht man die Anerkennung der fossilen Energieträger als Ursache für die Erderwärmung an – das ist ja nunwirklich nicht erst seit mehreren Jahrzehnten bekannt. Wenn das nicht für den Erfolg des Events spricht … Warum also die große Panikmache der Staats- und Regierungschefs? Die Grundlage für das Bekenntnis der Erklärung zur Zusage für die Regelung der Pläne zur Umsetzung der Ausführung des Pariser Abkommens ist ja nun beschlossen. Das ist doch eine enorme Leistung. Und eine globale Erwärmung von 2,7 Grad klingt doch gar nicht so schlecht. Der Wein wird gut, der Tourismus freut sich, die Gemüse-Ernte ist ausgezeichnet. Dann wird es im Winter inÖsterreich endlich einwenig erträglich und imSommer spart man sich denWeg an die Adria. Ich freumich, amAbend auch einmal ohne Jackerl beim Heurigen sitzen zu können, wenn das Thermometer wieder einmal wochenlang nicht unter 40 Grad fällt. Dank der modernen Technik können zudem die Skipisten ordentlich per Menschenhand beschneit werden, wer braucht schon natürlichen Schneefall?Manwill ja doch auf nichts verzichten. Und wenn es mit unserem Energiehaushalt hart auf hart kommt – warum nicht auf Atomenergie bauen? Die jungen Menschen in den blauen Jacken auf der COP26 haben es verstanden und erklärten jedem, der es nicht hören wollte, die Vorzüge dieser sauberen Zukunftsenergie. Kernkraftwerke stoßen eben kein Kohlendioxid aus und tragen auch nichts zur Klimaerwärmung bei. Den Atommüll vergräbt man unter der Erde oder schießt ihn selbstverständlich ins All. Tschernobyl und Fukushima sind bloß Ausnahmen und in ein paar zehn Jahrhunderten kannman in den strahlenverseuchtenGebieten auchwieder bedenkenlos wohnen. Die Erde dreht sichweiter, mit oder ohne uns – wozu sich also Sorgen machen. Wenn wir nur brav weiter unsere Bekenntnisse und Zugeständnisse machen, zeigen wie ernst wir es meinen, ohne einen Finger zu rühren, um uns alljährlich auf der Klimakonferenz auf die Schultern zu klopfen, wird sich bestimmt alles von selbst regeln. Konstruktiv Handeln geht jedenfalls anders …

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