Traveller 08/2021

12 08 | 2021 Aktuell Branchenkämpfer Sichtbar und hörbar bleiben Eva Buzzi (ÖRV), Phillies Ramberger (ÖVT) und Gregor Kadanka (Fachgruppe Reisebüros derWKÖ) sprechen in der Krise mit einer Stimme. Der traveller hat nachgefragt, wo für die Touristiker aktuell der Schuh drückt und was es braucht, damit es wieder besser läuft. Welche Maßnahmen braucht es jetzt, angesichts der aktuellenEntwicklungen, seitens der Politik, umdas Überleben der Touristikbranche zu sichern? Wenngleich verglichen mit 2020 insgesamt eine bessere Buchungslage erreicht werden konnte, ist die wirtschaftliche Situation, in der sich die Masse der Reisebüros und Reiseveranstalter befindet, nach wie vor sehr schwierig. Deshalb braucht die Reisebürobranche dringend weitere Unterstützungsmaßnahmen, von denen ein Teil bereits auf Schiene gebracht werden konnte. Auch der Ausfallsbonus geht in die Verlängerung. Wichtig bleibt bei der Umsetzung dieser Maßnahmen nach wie vor, dass die Gelder auch rasch bei unseren Mitgliedern ankommen. Abseits aller notwendigen Hilfsmaßnahmen wünschen wir uns aber vor allemKlarheit und Planbarkeit, ohne die unser Geschäft nun mal kaummöglich ist. Was können/müssen die Unternehmen selbst dazu beitragen? Der Branche selbst können wir nur raten: sichtbar undhörbar bleibenund fürKundenerreichbar sein! Bei aller „Abgeschmacktheit“ dieses Ausspruches ist die Krise doch auch eine Chance. Verunsicherte Kunden werden gerne auf unser Know-how, unsere topaktuellen Informationen und unsere Unterstützung zurückgreifenundauchbereit sein, dafür zubezahlen.Wir empfehlenunserenMitgliedern zusätzlich, sichdie diversenKMU-Digitalförderungen / E-Commerce etc. nochmals detailliert anzusehen. EineguteÜbersicht über dieCOVID-19- Sonderförderungen findet man auch beimAWS. Was tut sich auf den wichtigen „Nebenschauplätzen“wie Kundengeldabsicherung für Airlines oderNeuregelung der Insolvenzsicherung für die Pauschalreise bzw. wo sehen Sie Besserungsbedarf der Pauschalreiserichtlinie? Von der „Front“ Insolvenzabsicherung gibt es endlich einen ersten Erfolg zu vermelden: Das gegenwärtige Modell wird für das Jahr 2022 verlängert. Unsere Anstrengungen richten sich unabhängig davon aber natürlich nach wie vor auf die Entwicklung eines nachhaltig funktionierenden Absicherungsystems. Die Kundengeldabsicherung für Airlines und eine wirklich notwendige Nachbesserung beim PRG sind dickere Bretter, die in Brüssel zu bohren sind. Besonders die Pauschalreiserichtlinie macht uns in der gegenwärtigen Ausgestaltung zu schaffen. Die Pandemie hat gezeigt, dass in einem derartigen Fall sämtliche Risken finanzieller Natur auf die Reiseveranstalter abgewälzt werden können – hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden. Das derzeitig herrschende Ungleichgewicht zwischen Buchungen, Pauschalreiseveranstaltern und individuellen Buchungen auf einzelnen Internetportalen wird sich letztendlich beim Konsumenten negativ auswirken, da die Erwartungshaltung – gleiche Preise wie Portale, aber voller Schutz durch die PRL – von den Veranstaltern nicht erfüllt werden kann. ts C © Florian Albert Photography Der Optimismus war bei Gregor Kadanka, Phillies Ramberger und Eva Buzzi (v. l.) – im Bild mit Ex-ÖRV-Präsident Joschi Peterleithner (r.) – beim ÖRV-Kongress inWr. Neustadt groß, die Zuversicht haben sie auch jetzt nicht verloren – aber der Kampf geht weiter. Mitgliedsbeitrag gesenkt Der ÖVT-Vorstand hat beschlossen, den Mitgliedsbeitrag 2022 für ordentliche Mitglieder um 100 Euro zu senken. Alle Verbände wünschen den BranchenkollegInnen einen friedlichen, gesunden Advent.

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