Traveller 11/2020

2 11 | 2020 Kommentar I ch wage mich heute auf rutschiges Terrain, aber in Anbetracht der globalen Unvernunft des Menschen – Dummheit würde es eher treffen – kommen den getätigten Appellen des Außenministeriums, im heurigen Sommer doch eher auf einen Auslandsurlaub zu verzichten und die coronageschundene Seele daheim in Öster- reich baumeln zu lassen, durchaus Berechtigung zu. Rasch war von Bashing gegen Urlaub am fei- nen Meeresstrand und damit gegen die arg ge- beutelte Reisebürobranche – die ja wahrlich jeden Cent wie einen Bissen Brot zum Überleben braucht – und im Gegenzug von Gratiswerbung für Österreichs Tourismus – dem es im Übrigen auch nicht prickelnd geht – die Rede. Klar kann diese Botschaft, gerade zu einem Zeitpunkt geringer bzw. sinkender Fallzahlen, wie es in Österreich, aber auch in den beliebten Reise- und Urlaubsländern noch vor ein paar Wochen der Fall war, so verstanden werden. Nur, ist das halt nur die eine Seite der Medaille, denn COVIDwar und ist nicht weg. Weder in Österreich noch in Deutschland, Italien, Kroatien, Spanien, Grie- chenland, Portugal – egal wo auf der Welt, beglei- tet uns das listige Virus weiterhin, auch imUrlaub. Diese Tatsache und weil der Mensch eben ein so „kluger“ und seinen Mitmenschen gegenüber „verantwortungsbewusster“ Kerl ist, zeigt gerade, wohin die „Corona-Reise“ geht. Und weil ganz vielenWasser und Seife fürs Händewaschen noch halbwegs verständlich erscheint, der knuddelige Babyelefant jedoch mehr lustiges Kuscheltier denn gesundheitsförderndes Abstandssymbol ist und das Maske tragen sowieso nichts weiter als ein lästiger, lächerlicher, sinn- wie nutzloser und von oben diktierter Zwang kritisiert wird, arbeitet die erholungshungrige Reisekarawane völlig kopf- los mit Hochdruck an der fröhlichen COVID- Vermehrung. Die dann braungebrannt als un- sichtbares Urlaubssouvenir nachHause getragen wird und die Geschichte damit eine exponenti- elle Fortsetzung findet. (Ver)Reisen, unbeschwerteTage inhippenStädten undancoolenSträndengenießen, umwieder Kraft für die täglichen Herausforderungen zu sammeln undder Austauschunddas Kennenlernenanderer Kulturen zählen unbestritten zu den schönsten Dingen des Lebens. Die möchte sich der Mensch nicht nehmen lassen,muss er auchnicht. Nur jetzt, in diesen pandemischen Zeiten und daman noch nicht weiß, was dieses kleine Virus wirklich alles mit uns Menschen macht, ist ein wenig Verzicht auf Zeit im Sinne der gesamten Menschheit nicht vielverlangt.Ja,derMenschbrauchtdenMenschen, er vermischt sich seit zigMillionen Jahren, nur ge- nau darin liegt jetzt das Problem. Und das sollte auchdieBotschaft, diesehochherrschaftlicheWar- nung, vermitteln, die übrigens auch Mutti Merkel für ihre rd. 83. Mio. deutschen „Kinder“ mit den Worten „bleiben Sie heuer bitte daheim“ deutlich machte. Weil, und da schaue man jetzt nur an Mallorca’sberühmteBallermannmeileodereinfach an den Wiener Donaukanal: Die Sache mit dem Hausverstand und der Eigenverantwortung funk- tioniert halt nicht wirklich. Ichbin ichundDugehst mich nichts an – die Konsequenzen werden aber alle tragenmüssen. UnddasHallounter denvielen Superschlauen und ewigen Revoluzern wird, wenn‘s wieder Einschränken und Daheimbleiben heißt, ein sehr großes und sehr lautes sein. Auchwenn’s noch so schmerzt, ich verbringe den Sommer 2020 in Österreich. Ich weiß noch nicht wo, aber ich weiß wie: Mit bunten Masken, ganz viel Abstand undHändewaschen undmitmeinem besten Freund, dem schon sehr verzweifelten Hausverstand. Ichwünsche Ihnen einen erholsamenUrlaub und bleiben Sie gesund, denn mehr können wir uns aktuell nicht wünschen! Ich bin ich und wer bist Du? Inhalt Aktuell Reed Talk �������������������������������������� 4 Manstein Digitalk ���������������������� 8 Interview Thoyyib Mohamed, Managing Director Maldives Marketing ����������������� 10 Special Estland ����������������������������������������� 7 Kreuzfahrten ����������������������������� 16 Happy Gastbeitrag �������������������������������� 19 IMPRESSUM Firma des Medieninhabers: Manstein Zeitschriftenverlagsges.m.b.H., EURO PLAZA 5, Gebäude J1, Kranichberggasse 4, 1120Wien | Internet: www.manstein.at | Tel.: +43-1/866 48-0 |Fax: +43-1/866 48-100 | E-Mail: office@manstein.at | Diese Ausgabe erscheint ausschließlich als E-Paper | Verlagsort: 1120Wien | Anschrift des Medieninhabers, der Redaktion und des Herausgebers: 1120Wien, Kranichberggasse 4 | Gründer: Prof. Hans-Jörgen Manstein | Aufsichtsrat: Klaus Kottmeier, Peter Ruß, Peter Kley, Angela Wisken | Name des Herausgebers: Mag. Dagmar Lang, MBA | Vertretungsbefugte Organe: Mag. Dagmar Lang, MBA, Geschäftsführerin, Mag. 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