Traveller 09/2020

2 09 | 2020 Kommentar S eit 16. Juni sind also die Grenzen für 31 europäische Länder wieder geöffnet. Naja nicht ganz, denn für Spanien, Portugal, Schweden und Großbritannien heißt es noch bit- te warten und für die Lombardei, die schwer vom Coronavirus betroffene italienische Region, gilt weiterhin eine partielle Reisewarnung. Aber sonst sind die Grenzbalken oben, die AUA hat mit 15. Juni erstmals wieder abgehoben und amHimmel zeigen sichwieder vermehrt Kondensstreifen. Dass die Reisefreiheit gerade noch rechtzeitig vor dem Start der großen Sommerferien wiederhergestellt ist, lässt also frohlocken. DenKunden, der sichnun doch auf ein paar entspannte Tage unter mediter- raner Sonne freuen kann und natürlich die Reise- branche, die schwer angeschlagen diesen Stroh- halmaufgreift, umvielleicht doch noch ein wenig Terrain einer gänzlich verlorenen Saison wettzu- machen. Oder so, denn um es mit Fred Sinowatz zu sagen: „Es ist alles sehr kompliziert.“ Schauen Sie nur auf Seite 8 in den von Alice Mor- scher recherchiertenBeitrag – das jüngste traveller- Teammitgliedhat denVersuchunternommen, eine Übersicht der bereisbaren Länder zusammenzu- stellen. Da wird einem alleine schon beim Lesen schwindelig und macht deutlich, womit man ak- tuell am Counter konfrontiert ist. Mit einem un- durchschaubaren Dickicht behördlicher Bestim- mungen, die sich fast stündlich ändern und eine verlässliche Beratung nahezuunmöglichmachen. Etwas, was eine grundsätzliche Selbstverständlich- keit der Reisebüros ist, kann alsonur unzureichend erfüllt und damit fürs Reisebüro zu einem Schuss nach hinten werden. Unverschuldet, denn woher verlässliche Informationen nehmen, wenn man – wie das gerade tagtäglich passiert – von einem Amt zum anderen verwiesen wird, nur weil diese behördlichen Instanzenweniger als nichts wissen und damit den Reisebüromitarbeiter und seine Kunden aufsGlatteis schicken. DieKonsumenten- schützer reiben sich bereits dieHände, wer übrig- bleibt, ist unschwer zu erraten. „Fehler dürfenwir uns in der Beratung nie erlauben, jetzt können sie für uns letal ausgehen,“ so der allgemeine Tenor, und die pure Verzweiflung ist deutlich zu hören. Manmuss schon lange denHut vor denMitarbei- tern in den Reisebüros ziehen, jetzt, in diesen he- rausfordernden Zeiten verdient deren Leistung jedoch absolute Hochachtung. Dabei ist’s nicht so, dass nicht gereist werden möchte. Trotz verpflichtender Maßnahmen wie Maskentragepflicht oder Social Distancing, das Aufeinander picken am Adriastrand wird wohl niemandemwirklich abgehen. KeinNachteil ohne Vorteil also. Gerade jetzt, da sich die Grenzen ans Meer – zu Kroatien, Griechenland oder Italien – geöffnet haben, da auch wieder geflogen wird, kehrt auch die Reiselust zurück. Nicht in großem Volumen, davon geht wohl niemand aus, aber ein bisserl was wird schon gehen. Was einer Branche, die am seidenen Faden hängt, Hoffnung auf ein wenig Futter fürs leere Säckl macht. Weil vomStaat gib’s leider noch immer nicht wirklich viel. Nur langsam, liebe Frau Bundesministerin Elisabeth Köstinger, die Sie für die Tourismusbranche ver- antwortlich sind, wird’s wirklich eng. Oder ist Aushungern einer ganzen Branche der Plan, der nun von IhremRegierungskollegen, Au- ßenminister Alexander Schallenberg, mit dem „dezenten“ Hinweis, auch wenn die Reisefreiheit wieder hergestellt ist, und dasMeer noch so lockt, man doch lieber in Österreich bleiben soll, Nah- rung bekommt? Weil sicher ist eben sicher und damit diese „Urlaubsempfehlung“ auch werbe- wirksambeimÖsterreicher ankommt, wird siemit der Bemerkung untermauert, dass ein Urlaub im Ausland imFalle einer Coronaerkrankung arbeits- rechtliche Folgen haben kann. Das sitzt und ist hoffentlich nicht so gemeint, wie es eine ganze Branche verstanden hat! Es ist alles sehr kompliziert! Inhalt Aktuell Austrian Airlines ������������������������� 4 Reed Talk ������������������������������������� 6 Gastkommentar ���������������������� 24 Interview Ioannis Afukatudis, GRUBER-reisen ������������������������ 14 Robert Painsy, SCI Swiss Cruises �������������������� 20 Günter Schiester, Grayling Austria ����������������������� 22 Special Kreuzfahrten ����������������������������� 16 IMPRESSUM Firma des Medieninhabers: Manstein Zeitschriftenverlagsges.m.b.H., Brunner Feldstraße 45, 2380 Perchtoldsdorf | Internet: www.manstein.at | Tel.: +43-1/866 48-0 | Fax: +43-1/866 48-100 | E-Mail: office@manstein.at | Diese Ausgabe erscheint ausschließlich als E-Paper | Verlagsort: 2380 Perchtoldsdorf | Anschrift des Medieninhabers, der Redaktion und des Herausgebers: 2380 Perchtoldsdorf, Brunner Feldstraße 45 | Gründer: Prof. Hans-Jörgen Manstein | Aufsichtsrat: Klaus Kottmeier, Peter Ruß, Peter Kley, Angela Wisken | Name des Herausgebers: Mag. 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