Traveller 07/2020

4 07 | 2020 Umfrage Wieder geöffnet, aber ... Mit Anfang Mai durften also auch die Reisebüros wieder öffnen, aber viel ist das leider noch nicht. Zwar ortet man Nachfrage und durchaus Reiseinteresse und hat sich auch produktseitig rasch den geänderten Gegebenheiten angepasst, aber alleine dass die Reisefreiheit durch geschlossene Grenzen noch eine Zeit lang eingeschränkt bleibt und bei Ein- bzw. Heimreise mit einer möglichen Quarantäne verbunden sein kann, macht nicht wirklich große Lust aufs Verreisen. Der traveller hat sich anlässlich derWiedereröffnung in den Reisebüros umgehört und folgende Fragen gestellt: • Wann werden Sie öffnen? • Welche Maßnahmen werden Sie zur Ein - haltung der Abstand- und Hygieneregeln setzen? • Lässt sich eine Öffnung mit Kurzarbeit (so zutreffend) bzw. mit etwaigen Sonderver - einbarungen mit den Vermietern (Ausset - zen der Mietzahlungen usw.) vereinbaren? • So das Büro in einem Shoppingcenter ist: Unterliegt man den allgemeinen Öff - nungszeiten oder können die Öffnungszei - ten individuell angepasst werden? • Wie stellt sich die aktuelle Situation dar: Welche Maßnahmen waren mitarbeiter - seitig notwendig? • Welche Hoffnungen und Erwartungen ha - ben Sie in das restliche Jahr und wie sehen Sie die Zukunft? • Im Sommer 2020 heißt das Produkt Öster - reich: Wie groß ist hier aktuell Ihr Angebot und fühlen Sie sich im Inlandstourismus heimisch? • Sind Provisionen und die österreichischen Hotels ein harmonisches Duo? • Erhalten Sie Unterstützung durch die Ös - terreich Werbung bzw. die Landes-Touris - musregionen? Elke Neuhofer, Reisebüro Neuhofer, Krems Wir haben am04.05. wieder auf- gesperrt, allerdings nur von 09:00 bis 13:00 Uhr, samstags ist vorläufig geschlossen. Wir haben das Glück, dass unser Geschäft – ein Gassenlokal - relativ groß ist. Zwi- schen den Tischen haben wir ca. drei Meter Ab- stand, beim Eingang befindet sich jetzt ein Steh- tischmit Desinfektionsmittel und Informationen und an der Tür ist die Info, dass man Abstand halten und dieMaske tragen soll. Sobald einKun- de gegangen ist, desinfizieren wir die Türe und den jeweiligen Schreibtisch. Wir achten auch sehr auf dieHöchstanzahl der Kunden imRaum. Aber es kommen aktuell nur wenige Kunden, ein paar Stammkunden besuchen uns einfach nur. Es gibt viele Fragenwegen Sommer-Umbuchungen oder ob die Reise stattfindet. Neue konkrete Anfragen gibt es aktuell eigentlich nicht. Ich habe imRadio gehört, dass angeblich die Nachfrage so groß ist. Nun, das kann ich mir nicht vorstellen. Denn die Kunden sind durchaus ängstlich und verunsichert, wie, falls überhauptmöglich, gereist werden kann? Wir sind inKurzarbeit, das funktioniert auch recht gut. Meine Mitarbeiter sind für sechs bis neun Stunden pro Woche angemeldet, wir haben mit all den Stornierungen reichlich zu tun. Ichwerde die Kurzarbeit für weitere drei Monate verlängern, allerdings möchte ich im Juli und August wieder voll aufsperren. Mein Vorteil ist, dass ja ich voll im Verkauf bin und somit immer arbeiten darf. Auf jeden Fall sind wir immer nur zu zweit im Büro. Erwartungen habe ich nicht viele, es wird einfach ein sehr schwieriges bzw. schlechtes Jahr. Ich hoffe sehr, dass die Politik uns finanziell un- terstützt. Damit meine ich nicht rückzahlbare Zuschüsse für den Verdienstentgang plus Fixkos- ten. Ich habe alles beantragt, was zurzeit angebo- ten wird, aber es dauert ewig. Bis jetzt habe ich noch kein Geld gesehen und natürlich habe ich Existenzängste, aber ich hoffe sehr, dass wir das im Team meistern. Eigentlich möchte ich nur halbwegs normal arbeiten, heißt: Ich wünsche mir endlich Klarheit, ob ein paar Länder imSom- mer bereisbar sind und wie die Auflagen dafür sein werden. Denn wir benötigen einfach Plan- barkeit! Für den „Österreich-Sommer“ bieten wir Veranstalterprodukte an und arbeiten auch direkt mit den Hotels zusammen, die Provisionen be- zahlen. Das sind aber bei weitem nicht alle, aber mehr als früher. Wir „können“ Österreich sehr gut, weil wir Urlaub imeigenen Land schon immer imAngebot haben und auch selbst immer wieder in Österreich ur- lauben, aber natürlich wird das keine volle Alter- native zu Flugreisen. Und wer ans Meer möchte, will auch ans Meer. Wir haben alle Informationen selbst von der ÖW geholt und viel „gebastelt“, niemand ist an uns herangetreten. Nicht nur unsere ganze Branche, auch meine Website ist imUmbau und ich hoffe, demnächst mit ganz viel Österreich online gehen zu können. Das Provisionsverständnis ist sehr unterschiedlich, es gibt leider einige Hotels, die uns definitiv auch in diesen Zeiten keine Provisi- onen geben. Aussagenwie „nicht in der Hochsai- © carballo – stock.adobe.com

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