Traveller 07/2020

2 07 | 2020 Kommentar H and aufs Herz, wer von uns hat im Feb- ruar das Virus, das uns dann ein paar Wochen später ein globales Knockout verpassen sollte, ernst genommen?Dieses COVID- Ding war einfach nur irgendetwas Chinesisches, das zwar die riesige Provinz Wuhan innerhalb kürzester Zeit gesellschaftlich und wirtschaftlich lahmlegte, die persönliche Freiheit massiv ein- schränkte, einen grenzüberschreitenden Verkehr auf Zeit zunichtemachte und die Todesrate rasch steigen ließ, aber als echte Gefahr für uns hier in Europa und schon gar nicht für die ganzeWelt hat man es nicht gesehen. Auch dann noch nicht, als Corona zur Pandemie erklärt wurde, damit in der EU angekommenwar und die ersten Reiserestrik- tionen erfolgten. Auchdannnochnicht, als die ITB Berlin aufgrund vonCoronaAnfangMärz abgesagt wurde, was von vielen in der Tourismusindustrie als wirtschaftlich fatale und nicht vertretbare Ent- scheidung lautstark kritisiert wurde. Diese Kritik verhallte jedoch schnell, denn bald sah die Welt gänzlich anders aus. Ein Land nach dem anderen sperrte zu und damit begann sich auch die touris- tische Abwärtsspirale immer schneller zu drehen. Wie kaum einer anderen Branche hat COVID-19 der Touristik die Luft zum Weiteratmen genom- men. Die gesamte touristische Leistungskette – vomkleinenSouvenirverkäufer indenZielgebieten bis zum fliegenden Megakonzern – befindet sich seit Mitte März im freien Fall. In unzähligen Peti- tionen und Schreiben von ÖRV, ÖVT und dem Fachverband der Reisebüros in der WKO und in ganz vielenoffenenund sehr persönlichenBriefen wurde andie österreichische Bundesregierung fast täglich appelliert. traveller, tipund tai –Österreichs touristische Fachmedien –wiesen in einer gemein- samen Videobotschaft auf die immer prekärer werdende Situationder Reisebüros hinund inden sozialen Netzwerken bildeten sich innerhalb kür- zester Zeit Gruppen vonGleichgesinnten, die ihre immer größer werdende Not und den damit ver- bundenenUnmut lautstark kundtun. „Wir werden einfach nicht gehört, man weiß gar nicht, dass es uns gibt,“ soder gemeinsame Tenor undUngeduld, Ärger und Hoffnungslosigkeit ob der Behäbigkeit der Politik sind verständlich. Aber,undicherlaubemirdasheuteauszusprechen: Kritik und Vorwürfe den Verbänden und Vereinen gegenüber sind nicht fair und nicht gerechtfertigt. Seit21.MärzschreibensichÖRV,ÖVTunddieWKO mit Briefen an die Ministerien und Medien die Finger wund. Der ÖRV Präsident hat seit Wochen ein Dauerabo in TV- und Radio, die ÖVT Obfrau macht ebenfalls medial sehr laut für die Branche mobil und auch der Fachverbandsobmann in der WKO übt sich nicht in Schweigen, sondern führt unzähligeGespräche auf Bundesebene.Manmuss nicht unbedingt immer laut sein, aber man muss konsequent unddauerhaft lästig seinunddas sind die drei in einem Boot defintiv. Und dieses Boot scheint nunendlich imRegierungshafenangekom- menzusein.IneinerSkypekonferenzaufEinladung von Kammerpräsident Harald Mahrer sprachen Gregor Kadanka (WKO), Phillies Ramberger (ÖVT) und Josef Peterleithner (ÖRV) mit Bundeskanzler Sebastian Kurz, Bundesministerin Elisabeth Kös- tinger und Bundesministerin Margarete Schram- böck über die unhaltbare Situation. Das Conclusio macht Hoffnung: Kaumeine andereBranche ist so betroffenwiedieReisebüros undReiseveranstalter. Die Probleme werden zu 100 % verstanden, Struk- turen aufrechtzuerhalten ist notwendig. An Son- derlösungenundHilfsmaßnahmen für dieBranche wird gearbeitet, denn Kurzarbeit und Notfallfond reichen nicht aus,“ lauten zusammengefasst die Aussagen der hohen Politik. Es kommt also endlich Bewegung rein und damit Hoffnung, dass die Reisebranche auch in Zukunft Menschen und Kulturen auf Reisen miteinander verbindet und sehr glücklich machen wird. Es kommt Bewegung rein! Inhalt Aktuell Reisebüroumfrage ���������������������� 4 Safeture �������������������������������������� 18 amadeus ������������������������������������ 19 AVIAREPS ��������������������������������� 19 Interview Michaela Reitterer, ÖHV ���������������������������������������������� 7 Stefanie Brandes & Uwe Schmidt, Aldiana ���������������������������������������� 8 Special Österreich ������������������������������������ 11 Reisefreiheit ������������������������������� 14 #restart �������������������������������������� 16 Kreuzfahrten ���������������������������� 20 IMPRESSUM Firma des Medieninhabers: Manstein Zeitschriftenverlagsges.m.b.H., Brunner Feldstraße 45, 2380 Perchtoldsdorf | Internet: www.manstein.at | Tel.: +43-1/866 48-0 | Fax: +43-1/866 48-100 | E-Mail: office@manstein.at | Diese Ausgabe erscheint ausschließlich als E-Paper | Verlagsort: 2380 Perchtoldsdorf | Anschrift des Medieninhabers, der Redaktion und des Herausgebers: 2380 Perchtoldsdorf, Brunner Feldstraße 45 | Gründer: Prof. Hans-Jörgen Manstein | Aufsichtsrat: Klaus Kottmeier, Peter Ruß, Peter Kley, Angela Wisken | Name des Herausgebers: Mag. Dagmar Lang, MBA | Vertretungsbefugte Organe: Mag. Dagmar Lang, MBA, Geschäftsführerin, Mag. 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