MARTINIQUE: Le Petit Paradis

Alleine 17 karibische Destinationen stehen im aktuellen Winterflugplan von Condor, damit ist der deutsche Ferienflieger der „karibische Platzhirsch“ unter den europäischen Fluglinien.

Keine andere europäische Airline bedient nämlich derart viele Karibik-Inseln im Wochenrhythmus – die zudem als Gabelflüge kombinierbar sind. Eine coole Sache, wenn man beispielsweise Martinique mit Tobago verbindet und – je nach Lust, Laune und Reisebudget – die unterschiedlichen Klassen in den neu gestalteten Boeing 767 ausprobiert. Wie wir das am Flug nach Martinique taten.

„Völlerei“ über den Wolken

„Sie sind ja hier nicht zum Spaß“, sagt die gut gelaunte  Purserette zur Begrüßung und wir lachen, nicht wissend was die charmante „Chef de Cabine“ eigentlich meint, einfach mit. Wir machen’s uns in den modernen Liegesitzen in der neuen Condor Business Class, mit sehr viel Platz nach allen Seiten, für die nächsten zehn Stunden bequem und werden auch schon mit einem Glas Champagner stilgerecht auf unser Reiseziel eingestimmt. Im Amenity Kit in Schüttelpenalform finden sich die üblichen Reiseutensilien in Miniformat, eine flauschige Decke und ein kuscheliger Polster liegen bereit und noch bevor der Pushback erfolgt, wird unser Glas erneut mit prickelndem Duval-Leroy Brut Réserve gefüllt. Ich beginne zu erahnen, was mit dem „nicht zum Spaß hier sein“ gemeint sein könnte – und sollte richtig liegen. Hier in der Condor Business Class am Weg nach Fort-de-France herrscht verwöhntechnisch ein strenges Regiment, was ja nicht das Schlechteste ist. Denn was man gemeinhin von traditionellen Netzwerkfluglinien erwartet, aber vollinhaltlich oft nicht erhält, dürfte in der Business Class von Condor – auf einem Ferienflug wohlgemerkt – Norm zu sein.

Die Menükarte verspricht viel, der Gaumen wird nicht enttäuscht. Ein Vorspeisen-Potpourri aus Perlhuhnbrust, Heilbutt- und „Nori“-Lachsfilet auf Blattsalaten mit griechischem Frischkäse-Dip ist an sich schon eine Mahlzeit, beim üppigen Hauptgang kann zwischen Rindsroulade mit Gemüsefüllung, Lachsfilet mit Riesengarnelen oder Ricotta-Basilikum-Teigtaschen gewählte werden und wer bis dahin noch nicht satt ist, wird noch mit einem prall gefüllten Käseteller und einer Schwarzwälder Kirschschnitte versorgt. Ein Nein danke, ich bin satt, spart man sich sowieso besser. Denn diese „Ausrede“ lässt die Condor-Lady nicht gelten, weil man, erraten, eben nicht zum Spaß hier oben ist! Sagt’s, lacht und serviert nach einem kurzen Erholungsschläfchen frischen Obstsalat, Guglhupf, Sesambagle und knapp vor der Landung noch schnell ein würziges Gulaschsüppchen mit Brezen, Blattsalat und Kokoscreme als Draufgabe. Begleitet wird diese „Völlerei“ über den Wolken von hervorragenden roten und weißen Weinen aus dem deutschen Rheingau bzw. aus dem chilenischen Central Valley.

Conclusio: Liebt man, was man tut, geht es allen gut. Flug DE 2268 von 13. November 2016 war eine Momentaufnahme, auf dem die Crew zeigte, wie einfach es sein kann, den Passagier glücklich zu machen. Nämlich mit Humor, Herzlichkeit und Charme!

Französisch mit „Schuss“

Irgendwie fühlt es sich seltsam an. Da fliegt man rund zehn Stunden quer über den Atlantik, um letztlich doch in Europa, in der EU, zu sein. Okay, die Uhren ticken anders, die Menschen sind vielleicht eine Spur „dünkler“, die Vegetation ein bisschen grüner und, wohin man blickt, wuchern üppig Zuckerrohr- und Bananenstauden. Aber sonst ist auf Martinique alles ziemlich europäisch. Man bezahlt mit Euro, man fährt auf bestens ausgebauten mehrspurigen Straßen, man frühstückt Croissant und Café au Lait, man geht in die Kirche und isst und trinkt gerne und gut. Man ist Übersee-Franzose, so die Definition der Einheimischen. Heißt: Als Überseedépartement unterliegt man zwar der gleichen Gesetzgebung wie Frankreich mit Paris als offizielle Hauptstadt, aber der kräftige Schuss Karibik macht’s doch ganz anders. Das zeigt sich in vielen Facetten. Etwa sprachlich, denn auch wenn offiziell Französisch gesprochen wird, Muttersprache ist das Kreolisch, ein bunter und sehr melodischer Sprachenmix.

Der erste europäische Fuß, der die Insel 1502 berührte, gehörte, fast logisch, Christoph Kolumbus. 1635 „kolonialisierte“ Frankreich die zu den Kleinen Antillen zählende Insel, seither ist Martinique, bis auf drei kurze Unterbrechungen, Französisch. Mit dem Zuckerrohr ein paar Jahre später folgte dann mit der einhergehende Rumproduktion der wirtschaftliche Aufschwung, für die Bevölkerung kamen aber mit der Sklaverei schlimme Zeiten, endgültig abgeschafft wurde der Menschenhandel 1848.

Geblieben sind das Zuckerrohr und der Rum, und der ist auf Martinique ein ganz besonderer Tropfen, der als einziger Rum aus der Karibik die Appellation d’Origine Contrôlée (AOC) führen darf. Für mich war Rum ja bisher nur „Stroh“ und nur fürs Backen eine Option. Auf Martinique, nach einem Besuch mit Verkostung in der Destillerie La Mauny, wurde ich rasch bekehrt. Entscheidend ist das Zuckerrohr, und das ist auf Martinique von besonderer Qualität. Die auch ihren Preis hat. Während andernorts die Tonne frisch geschnittenes Zuckerrohr um 20  Euro gehandelt wird, gibt es das „Martiniquesche“ nicht unter 100 Euro die Tonne. Bei La Mauny wird das Rohr weiter per Hand geschnitten, weil der Maschinenschnitt diesem kostbaren Rohmaterial nicht wirklich zuträglich ist. Gerade im unteren Drittel der Stangen befindet sich die höchste Zuckerkonzentration, wir haben’s probiert, es schmeckt’s wahrlich picksüß. Ob weißer oder „alter“ brauner im Eichenfass gereifter Rum, ob auf Eis oder spiced, dieser Rum ist eine Komposition höchster Güte und hat mit dem, was wir in Österreich in den Tee gießen, gar nichts zu tun.

„Colombo mit Rum“

Wir nippen noch an einem kleinen Aperitif vor einem, wie man uns verspricht, hervorragendem Essen. Das wir unter Anleitung von Prisca Morjon, Martiniques erste Bloggerin mit eigener Kochshow, unter freiem Himmel zubereiten. „Colombo“ nennt sich das typisch kreolische Gericht, dessen Geheimnis die Gewürze sind. Auf einen olfaktorischen Nasenschmaus folgt eine Geschmacksexplosion, der sich vollmundig vom Gaumen bis in die Nasennebenhöhlen zieht und dort lange verharrt.

Ich habe das Rezept zu Hause nach- und meine Familie damit eingekocht. Der Wunsch nach „Martiniques Hühner-Colombo“ wird nun oft laut und diesem ebenso gerne entsprochen. Versuchen Sie’s doch auch, das Rezept ist einfach und die nötigen Zutaten und Gewürze sind bei uns leicht erhältlich. Kochen Sie sich ein Stück Martinique in ihr Wohnzimmer, besser aber, man fliegt auf die Insel über dem Wind, nicht nur zum Essen und Rum trinken. Denn eh klar, dass man auf Martinique an Traumstränden herrlich Baden, Sporteln, Sonne liegen oder Segeln und Kitesurfen kann.

Man kann aber auch im Bananen-Museum mehr als 60 verschiedene Arten, von Koch- über Ess- bis zu Zierbananen bewundern und von Ketchup bis zu Marmelade, Chips oder Likör alles verkosten und natürlich auch kaufen, was aus dieser vielseitigen gelben Frucht gewonnen wird. Man kann auch einen der sieben Vulkane – ein aktiver und sechs schlafende – besteigen bzw. den Geschichten des 86jährigen Balthazar Trigla, Veteran der französischen Luftwaffe, lauschen oder man fährt Rad, wandert durch Regen- und Mangrovenwälder oder den  Jardin de Balata und entdeckt alte Chateaux und Schlösser einstiger Kolonialherren. Und man wohnt in sehr guten Hotels, wie dem Cap Est Lagoon Resort & Spa in Le Francoise.

Und man kann per Fähre auf die rund 35 Kilometer entfernte „very“ britische und sehr entzückende Karibikinsel St. Lucia machen und dort vielleicht im elitären Jade Mountain in Soufriére absteigen. Ein bizarres wie einzigartiges Hotel hoch droben im sattgrünen Regenwald, mit Zimmern ohne vierter Wand, Himmelbett, zimmereigenem Pool und wahrlich grandiosem Blick auf die zwei Pitons. Aber das ist eine andere Geschichte …  Ach ja, St. Lucia steht neben Martinique natürlich auch im Karibik-Flugplan von Condor, wie Antigua, Barbados, Grenada, Kuba, Jamaica, Tobago, Puerto Rico oder die Dominikanische Republik.

Rezept Hühner-Colombo
Zutaten für 6 Personen: 1,5 kg Hühnerteile, 1 große Süßkartoffel, 1 Melanzani, 1 Zucchini, 1 Bund Frühlingszwiebel, 4 EL Colombo-Pulver, 1 EL Körnermischung aus Bockshornklee, Kreuzkümmel und Senfkörner, 1 Zwiebel, 3 zerdrückte Knoblauchzehen, 4 Thymianzweige, 3 Lorbeerblätter, Essig, Petersilie, 1 Limette, 1 Chilischote, Olivenöl, Salz, Pfeffer
Zubereitung: Marinade: zwei Knoblauchzehen, Essig, 2 EL Colombo-Pulver mischen und mit 2 Lorbeerblätter, Salz und Pfeffer abschmecken. Die Hühner-Teile damit bestreichen und eine Stunde im Kühlschrank ziehen lassen. In einem Topf die Körnermischung trocken anbraten, Olivenöl, gehackte Zwiebel und Knoblauch, Thymianzweige, restliche Lorbeerblätter und Petersilie zufügen und durchrösten. Die marinierten Hühnerteile darin ca. 15 Minuten braten. Anschließend Colombo-Pulver darüberstreuen und gut durchmischen. Mit Wasser aufgießen und weitere 15 Min. köcheln lassen. Gemüse schälen, in kleine Stücke schneiden und zum Huhn geben. Zudecken und bei mittlerer Hitze 20 Minuten weiter köcheln lassen. Danach den Limettensaft und die Chilischote dazugeben und gut durchrühren. Es soll eine sämige Sauce entstehen, das Gemüse aber nicht ganz zerkochen. Das Gericht lässt sich gut vorkochen und schmeckt nach dem Erwärmen noch besser. Beilage: Reis!

Information
Flüge ab Wien nach Fort-de-France sind in der Wintersaison 2016/17 als Oneway-Komplettpreis ab 319,99 Euro in der Economy Class, ab 469,99 Euro in der Premium Economy Class und ab 869,99 Euro in der Business Class uner www.condor.com, im Reisebüro, telefonisch unter +43-1/585 36 31 45 bzw. per E-Mail unter reservations.austria@condor.com buchbar.
DERTOUR Austria bietet in der Wintersaison 2016/17 ein attraktives Pauschalangebot inkl. Condor-Flug und Aufenthalt im 4* Cap Est Lagoon Resort & Spa, sieben Nächte im DZ/Juniorsuite mit Frühstück, Anreise z. B. am 02.04.2017, pro Person inkl. Flug ab/bis Wien ab 1.879 Euro, Verlängerungswoche pro Person ab 784 Euro. Informationen unter www.dertour.at bzw. im aktuellen DERTOUR Karibik Winterkatalog, Seite 258. www.macuisinecreole.com; www.jademountainstlucia.comhttp://at.france.fr/de/uebersee/rubric/50922/martinique?btl=1 
traveller Tipp: Holiday Extras, Marktführer für die Vermittlung von Reise-Extras in Europa, vermittelt auf mehr als 60 Flughäfen Parkplätze wie Stellplätze außerhalb von Flughafengeländen, auch Hotelübernachtungen auf Flughäfen zu attraktiven Preisen inkl. Parken bzw. Transfer zum Airport und zurück zählen zum Portfolio, wie das erfolgreiche Unternehmen auch an Kreuzfahrthäfen Hotels und Parkplätze kostengünstig  anbietet. Seit November 2016 vermittelt Holiday Extras auf vielen Flughäfen in Deutschland, rund ums Mittelmeer, auf den Kanaren sowie auf großen internationalen Umsteigeknoten auch Airport Lounges wie auch ein speziell für Reisende mit Vorerkrankung konzipierter RisikoReiseschutz seit Oktober 2015 angeboten wird. Buchbar sind alle Reise-Extras aktuell über Amadeus, TOMA, Amadeus Travel App, sabre merlin/shop holidays, Jack Plus/myJack, trafficsCosmo, Schmetterling Neo, BistroPortal, Paxlounge, Cruise Compass, Midoco, Anschlüsse an weitere CRS-Systeme sind in Vorbereitung. Informationen per E-Mail an holidayextras.austria@aviareps.com 

(by Brigitte Charwat)

Top-News des Tages

traveller 42 | 2017

Titel
Austrian Airlines

Aktuell
ÖVT-Herbsttagung

Interview
Prof. KR Mario Rehulka

BIZmix
Airports

Special
Tschechien

Happy
Studienreise Schweiz

Lade Videos ...