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Wechselkursfalle am Bankomat

Wer in ein Land außerhalb der Euro-Zone reist, braucht schon lange nicht mehr dafür zu sorgen, vor Reiseantritt genügend Urlaubsgeld in die fremde Landeswährung gewechselt zu haben.

Denn mit der eigenen Bankkarte behebt man Bargeld ganz einfach und direkt am Bankomat vor Ort. Doch geschieht dies stets zu fairen Wechselkursen? Wie viel Euro für den behobenen Geldbetrag tatsächlich zuhause vom eigenen Konto abgebucht werden, entscheidet sich mit einem Klick am Automaten.

Genau dort lauert aber eine gefährliche Wechselkursfalle: Eine Entscheidung für die „Garantieumrechnung“ zu bereits festgesetzten Konditionen kann bis zu zehn Prozent höhere Wechselkosten zur Folge haben.

Keine Garantie für faire Wechselkurse

Die Gefahr steckt im Detail und heißt im Fachjargon „Dynamic Currency Conversion“, kurz: DCC. Dabei erscheint gerade diese Option so attraktiv, weil am Display des Geldautomaten sofort ersichtlich ist, mit wie viel Euro das eigene Konto bei Behebung des gewünschten Betrags in der „Urlaubswährung“ belastet wird. Dieser „feste Wechselkurs“, der bereits zum Zeitpunkt der Behebung vom jeweiligen Automatenbetreiber festgesetzt wird, verschafft eine trügerische Sicherheit.

Doch Geldinstitute und Konsumentenschützer warnen: Kursaufschläge der örtlichen Bank können das direkte Wechseln am Geldautomaten erheblich teurer machen, als es der Fall ist, wenn man sich für die zweite - oftmals aber unscheinbare - Option entscheidet. Denn alternativ zur „Garantieumrechnung“ kann die Umrechnung des Fremdwährungsbetrags in den Euro-Betrag auch erst am Tag der Abbuchung vom eigenen Konto erfolgen - zum jeweils offiziellen Wechselkurs der Hausbank. Es liegt naturgemäß im Interesse mancher Bankinstitute, dass Urlauber am Geldautomaten die DCC-Option mit sofortiger Währungsumrechnung wählen - und damit meist den ungünstigeren Wechselkurs.

Um das zu erreichen, wird mitunter auch zu fragwürdigen Mitteln gegriffen: etwa zu einer irreführenden Darstellung der beiden Wahlmöglichkeiten am Gerätedisplay. Farben und vermeintliche Warnhinweise sollen den Eindruck erwecken, jene Variante mit „Garantieumrechnung“ würde zur Kostensicherheit beitragen.

Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser

Gegen überteuerte Bargeldbehebungen in Ländern ohne Euro helfen simple Vorsichtsmaßnahmen:

  • Informieren Sie sich vor Behebung größerer Summen über aktuelle Wechselkurse, um die angebotene „Garantieumrechnung“ bewerten zu können.
  • Lesen Sie die Informationen am Bildschirm des Geldautomaten in Ruhe und sorgfältig.
  • Wählen Sie im Zweifelsfall die Abbuchung des behobenen Betrags vom eigenen Konto in der Fremdwährung, also mit vorerst unbekanntem Wechselkurs. Nur diese Option garantiert eine Umrechnung in Euro zu offiziellen Konditionen.

Nur, wer sich der möglichen Zusatzkosten bewusst ist, tappt beim Urlaubsshopping am Bankomat nicht in die „Wechselkursfalle“.

Informationen unter www.girokonto.at

(by APA)

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