Alitalia: UniCredit will nicht mehr zahlen

Die Bank-Austria-Mutter UniCredit ist nicht mehr bereit, die defizitäre Alitalia finanziell zu unterstützen.

„Wegen Alitalia haben wir bereits 500 Mio. Euro verloren. Das ist viel Geld“, sagte UniCredits Generaldirektor Gianni Franco Papa bei der Hauptversammlung der Bankaktionäre in Mailand. „Wir haben Alitalia stets unterstützt und wollen es auch in der Zukunft tun. Wir möchten jedoch sicher sein, dass für Alitalia eine langfristige Lösung besteht“, betonte Papa. Die Bank müsse die Interessen der Kunden, der Mitarbeiter und der Aktionäre UniCredits schützen, so der Manager.

UniCredit hält eine 12,99-prozentige Beteiligung an Alitalia Cai, einem Konsortium italienischer Aktionäre, das nach der arabischen Airline Etihad der zweitgrößte Aktionär der italienischen Airline ist. Alitalia Cai will jedoch nicht mehr zur Rettung der Airline finanziell beitragen.

Die Belegschaft der Alitalia ist über einen vom Management vorgelegten Rettungsplan gespalten. Die Piloten wollen die vom Rettungsplan vorgesehenen Gehaltskürzungen nicht hinnehmen. Das Bodenpersonal will laut Medienberichten mehrheitlich für den Plan stimmen. Bis kommenden Montag haben die 12.000 Mitarbeiter der italienischen Airline Zeit, ihre Stimme über den Rettungsplan abzugeben. Sollte dieser abgelehnt werden, muss die Fluggesellschaft unter Kontrolle eines Insolvenzverwalters gestellt werden.

Die Gewerkschaften und das Alitalia-Management hatten sich vergangene Woche auf einen Abbau von 1.338 auf 980 Personen beim unbefristet angestellten Bodenpersonal geeinigt. Die Gehälter sollen um acht Prozent gekürzt werden. Die Kosten werden um ein Drittel gesenkt. Das Management hatte in den vergangenen Wochen die Streichung von über 2.000 Jobs und die Kürzung der Gehälter um 30 % angekündigt. Daraufhin hatte die Alitalia-Belegschaft vergangene Woche 24 Stunden lang gestreikt.

Alitalia schreibt seit vielen Jahren Verluste. Auch der Einstieg der Golf-Airline Etihad mit einer Beteiligung von 49 % und Finanzspritzen des Anteilseigners halfen nicht. 2016 lief ein Verlust von 460 Mio. Euro auf, auch für heuer wird ein Minus von mehreren hundert Millionen Euro erwartet.

(by APA)

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