airberlin & NIKI

Passagiere im Regen stehengelassen

Die Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte (apf) hat Bilanz über 2017 gezogen und dabei die insolventen Fluggesellschaften airberlin und NIKI kritisiert.

Man habe betroffenen Passagieren versucht zu helfen, "das war aber oft nicht einfach, weil zum Beispiel auf Hotlines verwiesen wurde, die nicht mehr besetzt waren", sagte apf-Leiterin Maria-Theresia Röhsler.

"Hier war wirklich wichtig, Informationen an Passagiere, die im Regen stehen gelassen wurden, möglichst schnell weiterzugeben", beschrieb Röhsler die Aufgabe, die die staatliche Einrichtung übernommen hat, als 2017 die Flieger von airberlin und NIKI am Boden blieben. Wegen der beiden Pleiten stieg 2017 bei der apf auch die Zahl der Telefonberatungen und Beschwerden.

Die Agentur hat ab Insolvenzanmeldung keine Schlichtungsverfahren mehr eröffnet. "Bei airberlin war das ja früher, bei NIKI etwas später. Wir haben dann natürlich auch das NIKI-Verfahren eröffnet, was aber schwierig war, weil die Kommunikation mit airberlin schwierig war, weil die Beschwerdebearbeitung von NIKI bei airberlin durchgeführt wurde und uns dementsprechend die Ansprechpartner bei airberlin weggefallen sind", schilderte Röhsler.

Es seien in dieser Zeit auch noch einige Verfahren positiv abgeschlossen worden, jedoch nicht alle. "Teilweise war es leider auch so, dass wir zum Beispiel die Zusage für eine Entschädigungszahlung hatten, aber dann ist die Insolvenz eingetreten und dann wurde natürlich nicht mehr ausbezahlt", so Röhsler. Diese Passagiere konnten ihre Forderung dann nur mehr im Insolvenzverfahren anmelden, wo sie wohl zu einer sehr geringen Quote befriedigt werden.

Im letzten Betriebsjahr von airberlin und NIKI gab es schon vor der Insolvenz viele Verspätungen und Flugausfälle. Das erklärt auch, warum es 2017 über airberlin und NIKI mehr Beschwerde-Verfahren gab als über die deutlich größere Austrian Airlines (AUA). 33 % der 1.719 im Vorjahr abgeschlossenen Verfahren betrafen die AUA, 27 % Niki, weitere sieben Prozent den einstigen NIKI-Mutterkonzern airberlin, fünf Prozent Eurowings und vier Prozent easyJet.

airberlin ist mittlerweile komplett vom Markt verschwunden, Geschäftsteile landeten bei easyJet und Lufthansa. Die ehemalige Tochter NIKI wurde von Gründer Niki Lauda aus der Insolvenz herausgekauft und als Laudamotion kurze Zeit später an den irischen Billigflieger Ryanair weitergereicht.

Nach den Pleiten waren Stimmen laut geworden, Passagiere und ihre Ticketvorauszahlungen vor dem Insolvenzrisiko zu schützen. Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) sieht dafür keinen Anlass, wie er in der Pressekonferenz sagte: "Ich habe nicht vor, hier Änderungen vornehmen zu lassen."

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